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Radiologisch-interventionelle Therapie vaskulärer Komplikationen nach Lebertransplantation

Schweiger, Yvonne


Originalveröffentlichung: (2019) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.015 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-142189
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14218/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere; Universitätsklinikum Heidelberg, Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6763-2
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.02.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 18.03.2019
Kurzfassung auf Deutsch: In Heidelberg wurde die erste erfolgreiche Lebertransplantation im Juni 1987 durchgeführt. Seit 2001 verzeichnet das Transplantationszentrum einen beachtlichen Anstieg an Lebertransplantationen, von vorher rund 31 auf rund 86 Patienten jährlich. Bis Dezember 2013 sind in Heidelberg über 1554 Lebertransplantationen durchgeführt worden. Die orthotope Lebertransplantation ist eine gängige, kurative Therapiemethode bei verschiedenen akuten und chronischen Lebererkrankungen. Allerdings können im postoperativen Verlauf Komplikationen auftreten, wobei vor allem vaskuläre Komplikationen mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden sind. Diese werden eingeteilt in arterielle, venöse und portalvenöse Komplikationen.
Am häufigsten kommen in diesem Zusammenhang arterielle Komplikationen vor. Zu diesen gehören Gefäßstenosen, die zu Thrombosen führen können, sowie Spasmen, Aneurysmen und Steal-Effekte der beteiligten arteriellen Gefäße. Seltener kommt es zu portalvenösen und venösen Komplikationen, beispielsweise zu Stenosen oder Thrombosen der Pfortader oder zu Stenosen der venösen (Piggy-Back-) Anastomose. Mit der fortschreitenden Entwicklung interventionell-radiologischer Verfahren können diese Komplikationen minimalinvasiv angegangen werden.
Über 7% der lebertransplantierten Patienten der Universität Heidelberg wurden im Verlauf mit vaskulären postoperativen Komplikationen vorgestellt und interventionell- radiologisch therapiert. Der Langzeitverlauf wurde dokumentiert. Insgesamt wurden 56 Interventionen, davon 44 arterielle, 8 venöse und vier portalvenöse Interventionen vorgenommen, wobei 52 Interventionen technisch erfolgreich durchgeführt werden konnten. In drei Fällen kam es periinterventionell zu interventionsassoziierten Komplikationen. Zusätzlich traten bei einigen Patienten im weiteren Verlauf interventionsassoziierte Komplikationen, wie Restenosierungen nach PTA in 3 Fällen, sowie Stentdislokation oder Entwicklung einer arterioportalvenösen Fistel in je einem Fall, auf. Alle interventionsassoziierten Komplikationen (insgesamt 14,3%) konnten interventionell therapiert werden.
Die Mehrzahl der vaskulären Komplikationen nach Lebertransplantation, die interventionell angegangen wurden, konnten erfolgreich interventionell behandelt werden. Der klinische Erfolg lag bei insgesamt 63,3%. Eine Ausnahme stellt die Lysetherapie der Leberarterie dar, bei der ein klinischer Erfolg nur in einem von acht Fällen erreicht werden konnte.
Technische Weiterentwicklungen der zur Verfügung stehenden Materialien, beispielsweise der zunehmende Einsatz von Stentgrafts zur Behandlung von Aneurysmen, dürften in Zukunft weitere Möglichkeiten zur interventionellen Therapie eröffnen und somit die minimalinvasive Versorgung von Patienten nach Lebertransplantation weiter verbessern.
Kurzfassung auf Englisch: The first successful liver transplantation was performed in Heidelberg in June 1987. Since 2001 the transplantation centre has recorded an immense increase in liver transplantations, increasing from about 31 to about 86 patients annually. In Heidelberg over 1554 liver transplantations were performed until December 2013. The orthotopic liver transplantation is a common and curative therapy method for variant acute and chronic liver diseases. But after the surgery complications can occur, in which mainly vascular complications are connected with a high morbidity and mortality. These vascular complications are categorized in arterial, venous or portal venous outflow complications.
In this relation mainly arterial complications occur. They consist of vascular stenosis, which can lead to hepatic artery thombosis, hepatic artery aneurysm, spasm and steal-effect of the involved arteries. Venous and portal venous outflow complications, like stenosis oder thrombosis of the portal artery or stenosis of the venous piggy-back-anastomosis, are less common. With the onward development of interventional radiologic procedures these complications can be approached minimally invasive.
Over 7% of the liver transplantated patients at the University of Heidelberg have been introduced with vascular complications after surgery and been treated with interventional radiology. The longterm development has been documented. 56 procedures were performed, thereof 44 were to be arterial, 8 venous and 4 portal venous procedures. Of these 56 procedures 52 could be performed technically successful. In three cases interventinal associated complications occured during the procedure. Additionally a few patients witnessed interventional associated complications like restenosis after PTA in three cases or stent dislocation or development of an arterioportalvenous fistula in one case respectively. All interventional associated complications (a total of 14,3%) could be treated interventional.
The majority of vascular complications after liver transplantation could be treated successfully with interventional radiology with a clinical success rate of 63,3%. An exception poses thrombolysis of hepatic artery thrombosis, where a clinical success could only be achieved in one out of eight patients. Technical enhancements of the available materials, for example the increasing use of stentgrafts for the therapy of hepatic artery aneurysm, will establish the potentional for interventional therapy and thus improve the minimally invasive provision of patients after liver transplantation.
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