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Juckreizinduktion durch Histaminiontophorese und Videos : Intensität, Qualität, psychosoziale Prädiktoren

Reichwein, Gero Johannes


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-138751
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13875/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Juckreiz , Pruritus
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Psychologie
Fachgebiet: Medizin fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.10.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 03.12.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Aktuelle Studien zeigen, dass Juckreiz auch komplett ohne Manipulation der Haut nur mit Hilfe von audiovisuellen Reizen hervorgerufen werden kann. Jedoch wurde diese neue Methode noch nie mit herkömmlichen Formen der experimentellen Juckreizinduktion verglichen. Ziel dieser Studie ist es deshalb erstmals einen Versuch durchzuführen, um einen Vergleich zwischen mentaler Pruritusinduktion und einem durch Histaminiontophorese ausgelöstem Juckreiz vorzunehmen. Aufgrund der Einzelbewertung in Vergleichsstudien ist eine annähernd identische Juckreizmodulation beider Methoden zu erwarten.
Methodik: Zum Vergleich der beiden Pruritusinduktionsmethoden wurden 80 Studienteilnehmer randomisiert auf die beiden Versuchsbedingungen aufgeteilt (unabhängige Variable: "juckreizinduzierendes Video + Placebo-Iontophorese" vs. "neutrales Video + Histaminiontophorese"). Die Iontophorese erfolgte mit einem Stromfluss von 200 mA für 30 Sekunden an der Innenseite des nichtdominanten Unterarms. Direkt nach dem Treatment sahen die Probanden das entsprechende Videomaterial. Als abhängige Variablen wurden drei Juckreizparameter erfasst (Juckreizintensität/Kratzhäufigkeit/Kratzdauer). Für weitergehende explorative Fragestellungen wurden zusätzlich Juckreizqualität/-lokalisation und Persönlichkeitsfaktoren erhoben.
Ergebnis: Im Vergleich der beiden Pruritusinduktionsmethoden zeigten sich signifikant höhere selbstberichtete Juckreizwerte für die Bedingung "neutrales Video + Histaminiontophorese" gegenüber "juckreizinduzierendes Video + Placebo- Iontophorese", ohne dass jedoch bemerkenswerte Unterschiede bei der Anzahl an Kratzbewegungen und der Kratzdauer zu beobachten waren. Der Vergleich mittels non- inferiority Testverfahrens zeigte eine Unterlegenheit der Pruritusinduktion mittels juckreizinduzierendem Video gegenüber der Histaminiontophorese. Der audiovisuell induzierte Pruritus tritt am ganzen Körper diffus verteilt auf und wird insgesamt als "freundlicher" wahrgenommen, als der über Histaminiontophorese induzierte Juckreiz, der insbesondere an der Applikationsstelle des Histamins (Arm) zu finden ist.
Diskussion: Als Hauptgrund für die nicht nachzuweisende non-inferiority der audiovisuellen Juckreizinduktion muss das Fehlen eines in Vorstudien noch verwendeten "priming"-Videos vor der eigentlichen Videodarbietung gesehen werden.

Kurzfassung auf Englisch: Introduction: Recent studies have presented the possibility to induce itch totally without dermal stimulation, just by using audiovisual cues. Nevertheless, this new method has never been compared to terms of usual experimental itch-induction. Thus, this issue will be severely investigated in this experimental study by comparing the subject of mental pruritus induction with itch stimulated by histamine iontophoresis. According to related studies a similar pruritic effect of both methods is to be expected.
Methods: To compare the two different types of itch 80 subjects were randomized examined (independent variable: "pruritus inducing video + mock iontophoresis" vs. "mock video + histamine iontophoresis"). Iontophoresis was performed on the valor of the non-dominant forearm using a current of 200 mA for 30 seconds. The stimulus was applied directly before presenting the respective video clip. Three pruritic subjects (itch intensity/ number of scratch movements/ scratch duration) were included as dependent variables. The assessment of psychological terms, pruritus quality and pruritus localization were used for answering further questions.
Results: Comparing both pruritus-inducing methods, "mock video + histamine iontophoresis"-subjects reported significant higher subjective pruritus scores. However there were no important variations concerning the number and duration of scratch movements. Analysis with a non-inferiority test showed the inferiority of pruritus induction by the experimental itch video. The mental pruritus sensation spread widely over the whole body and was perceived as more friendly whereas histamine-induced pruritus seemed to be mainly localized to the valor of the forearm (the region of provocation).
Discussion: The main reason why non-inferiority of the pruritus-inducing video could not be approved in this study seems to be the missing of a "priming video content" before mental pruritus induction. This "priming video" had still been used in related studies.
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