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Der Zusammenhang zwischen visuell-räumlicher Objektwahrnehmung und Motorik im Säuglingsalter

Gerhard, Theresa Marie


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-138623
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13862/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Entwicklungspsychologie
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.11.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 22.11.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Von Geburt an findet sich der Mensch in einer komplexen, dreidimensionalen Welt wieder, umgeben von Objekten. Eine erfolgreiche Anpassung an diese neue Umwelt erfordert schon früh die Entdeckung, Verarbeitung und Nutzung entsprechender visuell-räumlicher Objektinformationen. Die vorliegende Arbeit untersuchte daher die Fähigkeit von Säuglingen im ersten Lebensjahr, Aspekte der visuell-räumlichen Struktur von Objekten verarbeiten und mental transformieren zu können. Aufgrund der Bedeutsamkeit von motorisch vermittelten Objekterfahrungen für das sich ausbildende Verständnis von Säuglingen hinsichtlich dieser physikalischen Umwelt, wurde die Relevanz fein- und grobmotorischer Entwicklungsprozesse miteinbezogen.
In Studie 1a wurde erstmals die visuelle Verarbeitung von sich in ihrer räumlichen Tiefenstruktur unterscheidenden realen Objekten und Bildern der Objekte bei 7- und 9-monatigen Säuglingen untersucht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass reale Objekte gegenüber Bildern auf visueller Ebenen nicht nur eine effizientere Verarbeitung induzieren, sondern auch eine stärkere Aufmerksamkeitszuwendung.
Studie 1b widmete sich anschließend der Frage, inwiefern die verstärkte visuelle Aufmerksamkeit für reale Objekte gegenüber Bildern mit den motorischen Erfahrungen von 7-monatigen Säuglingen zusammenhängen, die sie während der visuell gesteuerten manuellen Exploration von Objekten sammeln. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere Erfahrungen im Befühlen von Objektoberflächen und –kanten mit den Fingerspitzen mit einer verstärkten visuellen Aufmerksamkeitszuwendung für reale Objekte assoziiert sind.
Studie 2 untersuchte abschließend erstmalig, inwiefern die kognitive Fähigkeit von 9-monatigen Säuglingen die räumliche Struktur von Objekten mental rotieren zu können von dem Ausmaß der auszuführenden Rotation und ihren Erfahrungen im selbstinduzierten Krabbeln abhängt. Die Ergebnisse der Studie verweisen auf eine Beeinträchtigung der Fähigkeit zur mentalen Rotation von Objekten, wenn diese durch einen größeren Winkel rotiert werden müssen. Außerdem betonen sie die Bedeutsamkeit von motorischen Erfahrungen durch selbstinduziertes Krabbeln für die mentale Rotationsfähigkeit im Säuglingsalter.
Insgesamt zeigt die vorliegende Arbeit, dass die Entwicklung motorischer Fertigkeiten für das sich ausbildende Verständnis von Säuglingen hinsichtlich der räumlichen Struktur von Objekten und deren mentaler Transformation förderlich ist.
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