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Untersuchungen zur Hypophyseninsuffizienz bei Patienten mit supratentoriellen Tumoren außerhalb der hypothalamisch-hypophysären Region

Gondermann, Nicole


Originalveröffentlichung: (2018) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.311 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-134946
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13494/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Neurochirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6654-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.11.2017
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 12.03.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Neuere Studien belegen das Auftreten einer Hypophysenvorderlappeninsuffizienz auch nach operativer Behandlung von nicht-sellären Hirntumoren. Bis zu 38,2% der Patien-ten, die sich einer solchen Operation unterzogen hatten, wiesen eine Hypophysenin-suffizienz auf. Es wurde angenommen, dass der operative Eingriff selbst für die Ent-stehung einer Hypophyseninsuffizienz verantwortlich gemacht werden kann. Präopera-tive Hormontestungen, die notwendig gewesen wären, um diese Arbeitshypothese zu beweisen, liegen allerdings nicht vor. In die vorliegenden prospektiven Untersuchungen wurden 54 Patienten mit nicht-sellären supratentoriellen Hirntumoren eingeschlossen. Die basalen Hormonkonzentrationen von Kortisol, Prolaktin, Testosteron, IGF-1, fT3, fT4, GH, TSH, ACTH, FSH und LH wurden präoperativ sowie in einem Zeitraum von bis zu einer Woche nach der Operation bestimmt. Bei Patienten mit Abweichungen in den basalen Hormonkonzentrationen erfolgte die Durchführung eines Hypophysenstimulationstests. Bereits vor der Operation wiesen 24 der 54 Patienten (44,4%) eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz auf. Ein sekundärer Hypogonadismus war gefolgt von einem sekundären Hypothyreoidismus das häufigste Befundergebnis. Bei 11 Patienten (45,8%) mit auffälligen basalen Hormonkonzentrationen erfolgte ein Hypophysenstimulationstest. Der Hypophysenstimulationstest konnte keine neuen Fälle einer Hypophyseninsuffizienz aufzeigen. Mit 44,4% ist eine bereits vor der Operation bestehende Hypophyseninsuffizienz ein häufiges Untersuchungsergebnis. Die Faktoren, die eine präoperative Hypophyseninsuffizienz verursachen sind bis jetzt noch nicht identifiziert. Bei insgesamt 24 Patienten erfolgten postoperative Laborkontrollen. Es konnten keine Unterschiede im Vergleich zu deren präoperativ erfolgten Hormonanalysen aufgezeigt werden. Der operative Eingriff kann somit nicht allein als Ursache für das Auftreten einer Hypophysenvorderlappeninsuffizienz verantwortlich gemacht werden. Ein nicht validierter Fragebogen sowie der SF-36 Gesundheitsfragebogen dienten vor der Ope-ration zur Erfassung unspezifischer Beschwerden und der Lebensqualität der Patienten. Hierbei fanden sich abgesehen von den Angaben einer vermehrten Müdigkeit sowie einer reduzierten körperlichen Funktionsfähigkeit im SF-36 bei den Patienten mit Hypophysenvorderlappeninsuffizienz keine signifikanten Unterschiede zu den Patienten ohne Insuffizienz. Es zeigte sich bei allen Patienten eine im Vergleich zu einer Normalpopulation verminderte Lebensqualität. Im Hinblick auf Behandlungsmöglichkei-ten und Folgeerkrankungen einer Hypophyseninsuffizienz sollten bei Patienten mit in-trakraniellen Tumoren standardisierte Hormonuntersuchungen zur Diagnosestellung einer Hypophyseninsuffizienz als feste Bestandteile in den prä- und postoperativen Untersuchungsablauf etabliert werden.
Kurzfassung auf Englisch: Recent studies showed the occurrence of pituitary insufficiency after non-sellar brain tumor surgery. Up to 38,2% of the patients who had undergone surgical treatment, had a pituitary insufficiency. It was assumed that the operation was the cause for the devel-opment of pituitary insufficiency. Preoperative hormone testing, which would have been necessary to prove this assumption, however, are not available. In the present pro-spective study 54 patients with supratentorial non-sellar tumors were included. The basal hormone concentrations of cortisol, prolactin, testosterone, IGF-1, fT3, fT4, GH, TSH, ACTH, FSH and LH were determined preoperatively and over a period of up to one week after operation. In patients with abnormal basal hormone concentrations a pituitary stimulation test was performed. Already before surgery, 24 of the 54 patients (44,4%) had pituitary insufficiency. Primary finding in our cohort was secondary hy-pogonadism followed by secondary hypothyroidism. Eleven patients (45,8%) underwent pituitary stimulation test due to abnormal basal hormone levels. Stimulation test did not detect new cases of pituitary insufficiencies. With 44,4% pituitary insufficiency is a frequent finding in brain tumor patients already before surgery. The factors causing preoperative pituitary insufficiency remain yet to be identified. In a total of 24 patients postoperative hormone analyses were performed. There were no differences compared to their preoperative hormone analyzes. Therefore surgical treatment seems not to be responsible for the occurrence of pituitary insufficiency alone. A non-validated pituitary questionnaire and the short form (SF-36) health questionnaire were used to analyze non-specific complaints and patients quality of life preoperatively. Here were found apart from increased fatigue and reduced physical function in patients with hypopituita-rism no significant differences compared to the patients without insufficiency. All pa-tients had a diminished quality of life as compared to the normal population. With regard to treatment options and secondary disease of pituitary insufficiency standardized hormone analyses should be established as a fixed component in the pre- and postop-erative investigation of patients with intracranial tumors for diagnosing a pituitary insuf-ficiency.
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