Giessener Elektronische Bibliothek

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Der Beitrag bestandsbetreuender Tierärzte in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf Herdenebene am Beispiel der Paratuberkulose des Rindes

Donat, Karsten


Originalveröffentlichung: (2017) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (28.797 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-134515
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2018/13451/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Habilitation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6644-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.11.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 30.01.2018
Kurzfassung auf Deutsch: Weltweit ist in den entwickelten Ländern eine deutliche Zunahme der Herdengrößen in der Milchvieh- und Fleischrindhaltung zu verzeichnen, verbunden mit einem Strukturwandel von kleineren diversifizierten Betrieben hin zu größeren spezialisierten Produktionseinheiten. Damit ist die tierärztliche Tätigkeit in Rinderherden einem Wandel von der Gemischtpraxis mit Einzeltierbehandlung zu einer spezialisierten Beratungstätigkeit in tiergesundheitlichen Fragen mit der Fehlersuche und Problembehandlung im Herdenmanagement und in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf Herdenebene unterworfen.
Zielstellung dieser Arbeit war es, am Beispiel der Paratuberkulose zu zeigen, welche Ansatzpunkte und Strategien dem bestandsbetreuenden Tierarzt zur Verfügung stehen, um durch Beratungstätigkeit den Rinderhalter im Umgang mit dieser Krankheit zu unterstützen, eine betriebliche Strategie zu entwickeln sowie die etablierten Bekämpfungsmaßnahmen zu begleiten. Der erste Schritt in diesem Prozess ist die Feststellung, ob eine Herde von Paratuberkulose betroffen ist oder nicht. Daher war es Ziel verschiedener Studien, die Testeigenschaften neuer Ansätze zur Diagnostik auf Herdenebene zu evaluieren. Weiterhin sollte die Beeinträchtigung der allgemeinen Tiergesundheit in Folge der Paratuberkulose untersucht werden, da dies eine wichtige Motivation zur Etablierung von Bekämpfungsmaßnahmen im Bestand ist und bisherige Studienergebnisse bezüglich des krankheitsbedingten Einflusses auf die Milchleistung widersprüchlich sind. Daher war der Einfluss der Paratuberkulose auf den Stoffwechsel der Milchkuh unter Produktionsbedingungen und auf die Milchleistung unter besonderer Berücksichtigung von Herdeneffekten zu untersuchen. Die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen auf den Erfolg der Paratuberkulosebekämpfung in den jeweiligen Herden ist bisher unter Feldbedingungen nicht untersucht.
Letztendlich war zu zeigen, ob die Paratuberkulose aus Rinderherden verdrängt werden kann oder nicht bzw. ob eine Senkung der Intraherdenprävalenz innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes möglich ist. Mit den Ergebnissen dieser Studien sollten dem Rindertierarzt in der praktischen Beratung nutzbare Informationen über einfach anwendbare Testverfahren, Argumente und Ansätze für die Bekämpfung sowie effektive Strategien an die Hand gegeben werden, um Landwirte zielorientiert beraten zu können.
Kurzfassung auf Englisch: Dairy and beef herds are growing markedly in developed countries worldwide. Small sized diversified farms were transformed into larger scale, focused units of produc- tion. Veterinary practitioners have to deal with the transition from a mixed animal practice focused on the treatment of individual animals to a specialized consultant in animal health issues and trouble-shooting role in herd management and infectious disease control at herd level.
The aim of this work was to highlight the starting points and strategies that can be utilized by bovine practitioners to support dairy and beef herds farmers in managing bovine paratuberculosis, developing a herd level control strategy and attend estab- lished control measures. The first step of this process is the diagnosis whether the herd is affected from paratuberculosis or not. Therefore, the objective of several stud- ies was to evaluate the test characteristics of new approaches for herd level diagno- sis of bovine paratuberculosis. Furthermore, the impairment of the general health status and the production level caused by paratuberculosis is of interest because this is an important driver to establish control measures and because present results re- garding the influence of the disease on milk production are conflicting. The influence of paratuberculosis on the metabolism of dairy cows in production herds and on milk production had to be investigated, with special emphasis on herd level effects. Fur- thermore, the efficacy of specific hygienic measures on the success of paratubercu- losis control at herd level is not studied under field conditions yet, and had to be elic- ited. Finally, it was to be answered whether or not paratuberculosis can be eradicated from cattle herds or within-herd prevalence can be reduced within a manageable pe- riod. The results of these studies should provide useful information regarding easy-to- use testing approaches, arguments and starting points for control activities and effec- tive strategies to bovine veterinarians for target-oriented counselling of farmers.
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