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Cobalamin- und Folsäurekonzentrationen hyperthyreoter Katzen vor und nach Radiojodbehandlung

Venema, Julia


Originalveröffentlichung: (2017) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (13.536 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-130393
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/13039/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere (Innere Medizin und Chirurgie); Institut für Veterinär-Physiologie und -Biochemie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6605-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.07.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 15.08.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel unserer Arbeit war es die Häufigkeiten von Hypocobalaminämien und erniedrigten Folsäurekonzentrationen bei hyperthyreoten Katzen vor und die Konzentrationsverläufe von Cobalamin und Folsäure nach einer Radiojodbehandlung zu ermitteln. Die Ergebnisse sollten in Korrelation zu den Thyroxinkonzentrationen, dem Körpergewicht und dem feline Body Mass Index der Katzen gestellt und die Abhängigkeit zu den klinischen Symptomen der Katzen untersucht werden.
In unserer prospektiven Studie untersuchten wir 30 hyperthyreote Katzen vor und nach einer Behandlung mit I-131. Cobalamin-, Folsäure- und Thyroxinkonzentrationen, das Körpergewicht, der feline Body Mass Index und die klinischen Symptome wurden zum Zeitpunkt der Erstvorstellung sowie einen und drei Monate nach der Radiojodbehandlung bestimmt. Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung wurde außerdem eine hämatologische Untersuchung angefertigt.
Die Prävalenz unserer Katzenpopulation für eine Hypocobalaminämie lag bei 20 %.
Es konnte ein signifikanter Anstieg der medianen Cobalaminkonzentration im zeitlichen Verlauf (P = 0,009) sowie eine schwach negative Korrelation zwischen Thyroxin- und Cobalaminkonzentrationen (r = - 0,44; P = 0,016) festgestellt werden.
Initial hatte eine Katze (3 %) eine erniedrigte Folsäurekonzentration, während vier weitere Katzen (13 %) erhöhte Folsäurekonzentrationen aufwiesen. Während die mediane Folsäurekonzentration keine signifikante Veränderung im zeitlichen Verlauf (P = 0,4) zeigte, bestand jedoch eine schwach negative Korrelation zwischen Thyroxin- und Folsäurekonzentrationen (r = - 0,43; P = 0,017).
Während anhand unserer Ergebnisse ein Einfluss der felinen Hyperthyreose auf den Cobalaminhaushalt bestehen kann, erscheint ein solcher Einfluss auf den Folsäurehaushalt unwahrscheinlich. Ursachen einer Hypocobalaminämie bei hyperthyreoten Katzen können demnach eine strukturelle und/oder funktionelle Veränderung des Ileums oder des Pankreas, ein beschleunigter Cobalaminstoffwechsel beziehungsweise ein erhöhter Cobalaminbedarf sowie eine erhöhte renale Ausscheidung von Cobalamin sein.
Als klinische Schussfolgerung empfehlen wir bei hyperthyreoten Katzen mit gastrointestinaler Symptomatik zunächst die Hyperthyreose zu behandeln. Bei anhaltender gastrointestinaler Symptomatik im euthyreoten Zustand sollte jedoch eine weiterführende diagnostische Aufarbeitung inklusive einer Bestimmung der Cobalaminkonzentration erfolgen.
Kurzfassung auf Englisch: Aim of our study was to evaluate prevalences of hypocobalaminaemia and decreased serum folate concentration in hyperthyroid cats before and to investigate the progress of vitamin concentrations after radioiodine therapy. The results will be correlated with thyroxine concentration, body weight and feline body mass index and its impact on clinical signs will be determined.
In this prospective study 30 hyperthyroid cats were enrolled. All cats were evaluated before, one and three months after radioiodine therapy. Cobalamin, folate and thyroxine concentrations, body weight, feline body mass index and gastrointestinal symptoms were measured each time. Haematology was performed before radioiodine therapy.
The prevalence of hypocobalaminaemia was 20 %. There was a significant increase of the median cobalamin concentration between initial examination and the examination three months after radioiodine therapy (P = 0.009). Furthermore we found a significant though weak negative correlation between serum thyroxine and cobalamin concentrations (r = - 0.44; P = 0.016).
Initially one cat (3 %) had a decreased folate concentration, while four cats (13 %) had elevated folate concentrations. There was no significant change in median folate concentration over the three month period (P = 0.4). However, a weak negative correlation between serum thyroxine and folate concentrations in hyperthyroid cats was recognized (r = - 0.43; P = 0.017).
While our study confirmed an influence of hyperthyroidism on cobalamin concentration, an influence of hyperthyroidism on folate concentration seems unlikely. Possible explanations for a decreased cobalamin concentration in hyperthyroid cats include alterations in ileal or pancreatic function or structure, an elevated cobalamin utilisation or metabolism and an elevated renal loss of cobalamin.
As a clinical consequence of our findings we recommend to treat hyperthyroidism in cats with gastrointestinal signs first. If gastrointestinal symptoms do not resolve after restoration of a euthyroidism further diagnostic investigations including a measurement of cobalamin concentration is indicated.
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