Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Darstellung von pathologischer Spontantätigkeit mittels Muskelsonographie : eine dynamische Muskelsonographie-Studie

Vlazák, Alexander Andreas


Originalveröffentlichung: (2017) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.850 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-129333
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/12933/

Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik für Neurologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6580-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.05.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 04.07.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Zielsetzung: Die dynamische Muskelsonographie ist eine aufstrebende Technik, die derzeit additiv bei der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen eingesetzt wird. In der durchgeführten Studie wurde überprüft, wie zuverlässig Faszikulationen von ‚Artefakten‘ mittels hochauflösender dynamischer Muskelsonographie unterschieden werden können. Zusätzlich wurde die Interrater-Übereinstimmung beurteilt.
Methodik: 15 gesunde Probanden (6 Frauen, 9 Männer; Durchschnittsalter 30.4 Jahre +/- 9.1) und 15 Patienten (9 Frauen, 6 Männer; Durchschnittsalter 57.3 +/- 15.5) mit klinisch wahrscheinlicher oder klinisch sicherer ALS wurden in unsere Studie eingeschlossen und standardisiert untersucht. 25 qualitativ hochwertige Videos wurden ausgewählt und ein Fragebogen erstellt. Die Videos stellten zum einen Faszikulationen und zum anderen Artefakte (willkürliche kurze Schallkopfbewegungen, Kontraktionen bzw. Schlucken, Gefäßpulsationen oder keine Auffälligkeiten) in verschiedenen Muskelgruppen dar. Insgesamt 11 Untersucher bewerteten die Muskelsonographie-Videos ohne entsprechende elektrophysiologische und klinische Befunde zu kennen.
Ergebnisse: In unserer Studie konnten Faszikulationen durch die Untersucher (Rater) mit einer Sensitivität von 90,9 %, sowie eine Spezifität von 98,5 % erkannt werden. Diese Ergebnisse bestätigen zuvor erhobene Ergebnisse (Reimers, Ziemann et al. 1996, Misawa, Noto et al. 2011). Unser wichtigstes Ergebnis ist die exzellente Interrater-Übereinstimmung der 11 Untersucher bezüglich dem Vorliegen von Faszikulationen mit einem Median von 100 % (IQR : 96 – 100 %) bei insgesamt nur 7 falsch-negativen und 4 falsch-positiven Antworten (264 von 275 Antworten waren korrekt). Diese Ergebnisse sind deshalb so bedeutsam, weil sie den Weg für zukünftige multizentrische Untersuchungen ebnen, um die diagnostischen Wertigkeit der dynamischen Muskelsonographie bei der Diagnostik von neuromuskulären Erkrankungen weiter zu verifizieren.
Schlussfolgerung: Die dynamische Muskelsonographie ist ein äußerst zuverlässiges Instrument mit einer exzellenten Interrater-Übereinstimmung und einer hohen diagnostischen Trennschärfe in Bezug auf Artefakte beim Nachweis bzw. beim Ausschluss von Faszikulationen. Die dynamische Muskelsonographie sollte weiter in der klinischen Routinediagnostik im Rahmen einer frühzeitigen Diagnosesicherung bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (z.B. ALS) etabliert werden (Vlazak, Krämer-Best 2014).
Kurzfassung auf Englisch: Objective: Dynamic myosonography is an emerging technology, which currently is used additionally in the diagnosis of neuromuscular diseases. The study investigated how reliable fasciculations can be distinguished from ´artefacts´ by high-resolution dynamic myosonography. Furthermore, interrater agreement regarding the identification of different muscle movements was investigated.
Methods: 15 healthy controls (six women, nine men; mean age 30.4 years ± 9.1) and 15 patients (nine women, six men; mean age 57.3 ± 15.5) with probable or definite ALS presenting with clinically visible fasciculations were included into the study. Twenty-five high-quality videos were selected and a corresponding questionnaire was designed. The video files illustrated fasciculations and artefacts (voluntary probe movements, voluntary contractions or swallowing and pulsating vessels) in different muscle groups.
11 observers blinded to the electrophysiological and clinical findings analysed the videos offline (Krämer, Vlazak et al. 2014).
Results: Fasciculations were detected with a sensitivity of 90.9% and specificity of 98.5% confirming previous findings (Misawa et al., 2011; Reimers et al., 1996). Our major result is the excellent interrater agreement with a median of 100% (IQR 96–100%) regarding the correct identification of fasciculations with only seven false-negative and four false-positive events (264 out of 275 ratings were correct) (Krämer, Vlazak et al. 2014).
Conclusion: The dynamic myosonography represents a highly reliable instrument with an excellent interrater-agreement and a high diagnostic selectivity for the detection of fasciculations. These results are so important because they pave the way for future multi-center studies to further verify the diagnostic value of dynamic myosonography in the diagnosis of neuromuscular disorders. The dynamic myosonography should further be established in clinical routine diagnostics. In particular, the method could support an early diagnosis in ALS (Krämer, Vlazak et al. 2014).
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand