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Polemik in den Schriften Melchior Hoffmans : Inszenierungen rhetorischer Streitkultur in der Reformationszeit

Lundström, Kerstin


Originalveröffentlichung: (2015) Stockholm : University Press; http://dx.doi.org/10.16993/bae
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.380 KB)

Dissertation, Universität Stockholm und Justus-Liebig-Universität Gießen, 2013


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-128324
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/12832/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Reformation , Anabaptist , Performativität , Performanz , Rhetorikanalyse
Freie Schlagwörter (Englisch): reformation , anabaptist , performativity , performance studies , rhetoric analysis
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Gießener Graduiertenzentrum für Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Dokumentart: Buch (Monographie)
ISBN / ISSN: 978-91-7635-016-4
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 22.05.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Als ‚radikaler Reformator‘ geriet Melchior Hoffman immer wieder in Konflikte mitVertretern der lutherischen und zwinglischen Reformation. Die Auseinandersetzungen über die ‚wahre Lehre Gottes‘ schlugen sich dabei in unterschiedlichen Textsorten und -formen nieder: Hoffman stritt in polemischen Einzelschriften, Schriftwechseln sowie einem Reformationsdialog und polemisierte sogar in Bibelkommentaren und Traktaten. Diese Schriften Hoffmans werden hier erstmals unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten behandelt. Sie werden als Orte der Performanz einer rhetorischen Streitkultur verstanden, die typisch für die Reformationszeit und generell für religiöse Auseinandersetzungen zwischen Theologie und Laienfrömmigkeit sind: In der schriftlichen Inszenierung des Streits manifestiert sich die komplexe kulturelle Wechselwirkung zwischen den rhetorischen Normen und Traditionen auf der einen und der individuellen Auseinandersetzung mit ihnen auf der anderen Seite. Das textuelle In-Szene-Setzen ist somit als performative Handlung zu verstehen, die Polemik selbst als deren grundlegendes inszenatorisches Prinzip.
Kerstin Lundström untersucht Hoffmans Polemik mittels einer Kombination aus Rhetorikanalyse und modernen Methoden der Kommunikations- und Performativitätsanalyse. Das Ergebnis ist die Identifizierung unterschiedlicher Konstellationen der Rede, die maßgeblich mit der sprachlichen Ausgestaltung zusammenwirken. Der Fokus liegt insbesondere darauf, wie die einzelnen Bausteine von Hoffmans vielschichtiger Polemik – auf Text- und auf Kontextebene – ineinander greifen und ihre performative Wirkmächtigkeit entfalten.
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