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Bildungsbenachteiligung am Übergang Schule-Beruf : theoretische Konzepte und Fallstudien aus Teilnehmendenperspektiven unter besonderer Berücksichtigung von "Geschlecht" und "sozialer Herkunft"

Benner, Ilka


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-126065
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/12606/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Benachteiligtenförderung , Bildungsgerechtigkeit , Gender , Schule , Übergangssystem
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Erziehungswissenschaft
Fachgebiet: Erziehungswissenschaften
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.01.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 06.04.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Ausgehend von der Frage: „Warum münden mehr junge Männer nach der allgemein bildenden Schule in die „Berufsvorbereitende Maßnahme“ („BvB“) ein als junge Frauen?“ untersucht die in der Dissertation dargestellte Studie benachteiligende Faktoren im individuellen Bildungsprozess und ihre strukturelle Einlassung in das deutsche Bildungssystem. Dazu werden die Kategorien „soziale Herkunft“ und „Geschlecht“ auf ihre Auswirkungen auf Bildungsbiografien hin analysiert und in Beziehung zu ex- und inkludierenden Implikationen des Bildungsbegriffs gesetzt, die sich auch heute noch in Verständnissen von allgemeiner Bildung wiederfinden. Gleichzeitig wird in einem Bundeslandvergleich hinsichtlich der Schulsystemspezifika und Bildungsverständnisse sowie anhand 20 problemzentrierter Interviews mit Teilnehmenden der „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme“ in Hessen der Frage nach struktureller Benachteiligung durch „Geschlecht“ und „soziale Herkunft“ nachgegangen. Die zentralen Blickrichtungen der Interviewstudie sind zum einen die Retrospektive auf die eigene schulische Laufbahn sowie zum anderen die Einschätzung der aktuellen Situation in der BvB durch die Jugendlichen. Zielsetzung der Studie ist die Herausarbeitung hinderlicher Faktoren sowie begünstigender Kriterien – vor allem in der „BvB“ – im Hinblick auf eine erfolgreiche Einmündung in eine voll qualifizierende Berufsausbildung.
In Bezug auf die schulische Bildungslaufbahn werden in der Interviewstudie als strukturelle Benachteiligungsmechanismen die Verschleierung schlechter Schulleistungen in der Grund-schule sowie die sekundären Herkunftseffekte bildungsferner Herkunft durch eine mangelhafte Unterstützungsmöglichkeit der Eltern in der Schule, was durch einen nicht-EU-Migrationshintergrund verstärkt wird, nachgewiesen. Die Situation in der „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme“ stellt für die Jugendlichen demgegenüber eine deutliche Veränderung dar. Sie erfahren das Übergangssystem zu einem großen Teil als Ausgleich und Korrektur zuvor begangener Fehler im Bildungssystem. Insgesamt wird die „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme“ vor allem in Bezug auf die pädagogische Grundhaltung des Lehrpersonals als Gegenbild zur allgemein bildenden Schule entworfen, in der Schüler_innen bezüglich des Schulerfolgs immer wieder ausschließlich auf sich selbst und ihr Elternhaus zurückgeworfen sind. Aus der Darstellung der Situation in der „BvB“ und der Charakterisierungen des pädagogischen Personals ergeben sich Handlungsempfehlungen für die allgemein bildende Schule sowie die Institutionen der Lehrer_innenbildung. Wesentlich für diese ist die Vermittlung einer kooperativen pädagogischen Grundhaltung für allgemeine Bildungsprozesse, mit dem Ziel, herkunftsbezogene, bisher strukturell in Schule eingelassene Bildungsungleichheiten ausgleichen zu wollen.
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