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Einfluss inflammatorischer Zellen auf die Thrombusentstehung und -auflösung im Mausmodell der venösen Thrombose

Schönfelder, Tanja


Originalveröffentlichung: (2017) Gießen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (9.266 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-125937
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/12593/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Physiologie und –Biochemie; Universitätsmedizin Mainz, Centrum für Thrombose und Hämostase
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6549-2
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.12.2016
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 27.03.2017
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Auswirkungen einer Depletion von Lysozym M positiven Zellen und der Verschiebung zu einer TH2-Immunität auf den Entstehungs- und Auflösungsprozess einer venösen Thrombose im Mausmodell untersucht. Vorangehend wurde die Ultraschalluntersuchung der Vena cava caudalis und die Aufarbeitung von Thrombusmaterial und Venengewebe etabliert.
In einer auf Ultraschalluntersuchungen basierenden Longitudinalstudie zum Auflösungsprozess venöser Thromben zeigten die LysMCre-iDTR Mäuse, welche einem kontinuierlichen Regime zur Depletion Lysozym M positiver Zellen unterzogen wurde, eine deutlich bessere Auflösung verglichen mit der LysMCre Kontrolle. Diese Feststellung korrelierte mit einem durchflusszytometrisch ermittelten erhöhten Anteil an CD11b+/GR1- Zellen, sowie einem Anstieg der CCL 2 mRNA Expression im Thrombengewebe. Paradoxerweise förderte die Depletion LysM positiver Zellen die Entstehung größerer und schwererer Thromben im frühen Stadium nach Induktion einer tiefen Venenthrombose im Mausmodell. Dieses Phänomen war gekoppelt mit dem Auftreten von prothrombotisch wirksamen Annexin V positiven apoptotischen Leukozyten in der Zirkulation, welche die vermehrte Expression von Zelladhäsionsmolekülen in der Venenwand zum eigentlichen Zeitpunkt der Ligation beeinflussen. Bisherige Studien zeigten, dass Tbet defiziente Mäuse auf Grund ihres antiinflammatorischen monozytärem Phänotyps und einer verminderten TH1-Immunantwort vor vaskulärer Dysfunktion geschützt sind. Verglichen mit Wildtyp-Mäusen zeigten Tbx 21 ko Mäuse eine verbesserte Auflösung von thrombotischem Material an Tag 10 und 14 nach Induzierung einer venösen Thrombose. Parallel hierzu zeigte sich ein verminderter prozentualer Anteil an Ly6C positiven Monozyten im Thrombengewebe an Tag 14. Eine deutliche Verschiebung zu TH2-Immunantowrt war sowohl im Thrombengewebe als auch im Venengewebe auf mRNA-Ebene darstellbar.
Inflammatorische Monozyten beeinflussen den Prozess der Thrombenentstehung und Thrombenauflösung. Eine Depletion dieser Zellen im frühen Stadium der Bildung fördert paradoxerweise die Bildung von venösen Thromben im Mausmodell, aber die Depletion über einen längeren Zeitpunkt führt zur schnelleren Auflösung von thrombotischem Material. Die Daten welche im Rahmen dieser Arbeit generiert wurden, zeigten die Verschiebung zu einem reparativen Phänotyp in der Tbx 21 ko Maus, was eine Verschiebung von M1- zu M2-Makrophagen zu Folge hat und die Thrombenauflösung verbessert.
Eine Abschwächung der entzündlichen Immunantwort könnte somit einen guten Ansatz für die unterstützende Therapie einer tiefen Venenthrombose darstellen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to determine how depletion of lysozyme positive (LysM+) cells and a switched off TH1 type immune response can influence thrombus formation and resolution in a mouse model of deep vein thrombosis. Previous ultrasound examination of the inferior vena cava and the processing of thrombus and vein tissue for flow cytometry was established.
Compared to LysMCre controls, transgenic LysMCre-iDTR mice that underwent a continued protocol to deplete LysM+ cells showed an improved thrombus resolution as assessed by longitudinal vascular ultrasound studies. This finding correlated with increased number of CD11b+/Gr1- cells assessed by flow cytometry and an increase in CCL 2 mRNA expression in thrombotic material. Paradoxically, depletion of LysM+ cells significantly increased thrombus size and weight early after DVT induction. Mechanistically, this phenomenon was linked to an increase of prothrombotic Annexin V positive apoptotic leukocytes in the circulation. Due to this apoptotic bodies, an increase of cell adhesion molecules in the vascular wall is detectable, at timepoint of ligation.
Since T-bet deficient mice are protected from vascular dysfunction due to an anti-inflammatory monocyte phenotype and an attenuated Th1 type immune response, we subjected Tbx 21 ko and WT mice to VCI ligation. Compared to wildtype mice, T-bet-/- mice showed a faster thrombus resolution on day 10 and 14 after thrombus induction, paralleled by a reduction of proinflammatory Ly6C high monocytes in thrombus material on day 14. A clear shift to TH2 type immune response was represented both in thrombus material as well as in venous tissue at the mRNA level.
Inflammatory monocytes are involved in the thrombus formation and resolution process. Depletion of these cells in early stages paradoxically increases thrombus formation, but over time the depletion leads to a faster resolving of thrombus material. Our data indicate that the reparative phenotype in the Tbx 21 ko mouse shifts M1-type to M2-type macrophages and improves thrombus resolution.
Thereby, ameliorating an inflammatory immune response might by an attractive approach to improve therapy of DVT.
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