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Evaluation der pädiatrisch-psychosomatischen Komplextherapie

Zessin, Karoline


Originalveröffentlichung: (2017) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.103 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-125898
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2017/12589/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6547-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.01.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum: 20.03.2017
Kurzfassung auf Deutsch: In den vergangenen Jahren stiegen in deutschen Kinderkliniken und Kinderarztpraxen die Patientenzahlen psychosomatisch, teilweise auch chronisch erkrankter Kinder und Jugendlicher stetig an. Trotz steigender Patientenzahlen zeigt sich der Bereich der pädiatrischen Psychosomatik in deutschen Kliniken weiterhin unterrepräsentiert. Erste stationäre Therapiekonzepte wurden durch die innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) entstandenen Arbeitsgruppe für pädiatrische Psychosomatik (AGPPS) erarbeitet. Ein solches Therapiekonzept wurde innerhalb der Allgemeinpädiatrie am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universitätsklinik Gießen etabliert. Grundlage des Konzeptes ist außerdem ein psychoanalytischer Familientherapieansatz. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Evaluation dieser multiprofessionellen Komplextherapie. Dabei wurden 45 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren vor und nach der vier- bis sechswöchigen Therapie in die Studie einbezogen. Die Evaluation erfolgte durch die bereits erprobten Fragebogenbatterien „Allgemeiner Familienfragebogen“, „Youth Self-Report“, „Toronto Alexithymie Skala“ und „Junior Temperament und Charakter Inventar“. Außerdem wurden in einem neu entwickelten Fragebogen die verschiedenen Therapieangebote evaluiert. Dabei zeigten sich im Vergleich zur Normalbevölkerung bei den untersuchten Patienten signifikant erhöhte Alexithymiewerte und signifikant hohe Werte im Bereich körperlicher Beschwerden und konfliktbelasteter Familienstrukturen. Die Persönlichkeitsmerkmale der untersuchten Patienten schienen sich nicht signifikant von denen der Normalbevölkerung zu unterscheiden. Nach der abgeschlossenen Therapie zeigten sich die Werte der körperlichen Beschwerden signifikant rückläufig und belegten daher einen ersten Erfolg des Therapiekonzeptes. Die Untersuchungen deuteten darüber hinaus an, dass verschiedene Störungsbilder aus dem psychosomatischen Bereich individuell von dem multiprofessionellen Therapieangebot profitieren können. Die Ergebnisse dieser Arbeit sprechen für die Notwendigkeit der weitergehenden Etablierung pädiatrischer Psychosomatik in zukünftige Forschung, Lehre und Praxis.
Kurzfassung auf Englisch: In recent years rising numbers of children and adolescents who suffer from psychosomatic, mostly chronic, diseases, were detected in german children hospitals and ambulances. Despite rising cases, the field of pediatric psychosomatic medicine is still underrepresented. First concepts of stationary therapy were developed by a workgroup within “Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin“ (DGKJ) called „Arbeitsgruppe für pädiatrische Psychosomatik“ (AGPPS). One of those concepts was established in the Department of General Pediatrics and Neonatology of the Justus Liebig University Gießen. In addition, this concept is based on a psychoanalytical family therapy, called complex therapy. The work presented here is dealing with the evaluation of this multiprofessional therapy concept. A number of 45 children and adolescents, aged between 11 and 18 years after a 4 to 6 weeks therapy were involved in the study. Evaluation was performed with four already prooven questionnaires, called „Allgemeiner Familienfragebogen“, „Youth Self-Report“, „Toronto Alexythymia Scale“ and „Junior Temperament and Character Inventory. Furthermore, the individual therapy concepts were evaluated by a novel questionnaire. Compared to normal population, the examined participants showed significantly higher alexythymia values and significantly higher values in physical complaints and conflictive family structures. Personality traits of investigated patients had no significant differences compared to normal population. Upon completion of complex therapy physical complaints were significantly reduced. Moreover, the examinations indicate that all kinds of medical conditions from the psychosomatic area can profit from this individual, multiprofessional concept of therapy. In summary, this study substantiates the need for further establishment of pediatric psychosomatic medicine in the fields of research, teaching and practice.
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