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Geographie und Medien: Analyse der Eigen- und Fremdimages von Geographie in Presse, Rundfunk und Fernsehen

Adick, Alexander


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-123692
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12369/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geographie
Fachgebiet: Geographie
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.05.2016
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 08.12.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Aus internationalen Fachpublikationen und Diskussionen auf Tagungen lässt sich immer wieder hören, dass Vertreter der Geographie ein unvorteilhaftes Fremdimage ihrer Disziplin beklagen. Häufig wird ein Missverhältnis zwischen der Kompetenzvielfalt der Geographie einerseits und einer eher schwach ausgeprägten Medienpräsenz andererseits festgestellt (z.B. MURPHY, DE BLIJ, TURNER, GILMORE u. GREGORY 2005). Das Image der Geographie und ihr Verhältnis zu Medien wurde zum Forschungsgegenstand der vorliegenden Dissertation erklärt. Sie besteht aus einer qualitativen, interpretativen, induktiven und verstehenden Exploration. Ihre Konzeption erfolgte in Anlehnung an den „Symbolischen Interaktionismus“ nach BLUMER (1969).
Nachdem die Geographie in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder über ihr Image in der breiten Öffentlichkeit Klage geführt hat, wurde in der jüngsten Vergangenheit wieder versucht, das allgemeinere Vorstellungsbild von der Geographie zu erheben. Das Image wird dabei mit standardisierten Erhebungsinstrumenten gegenüber verschiedenen Zielgruppen erfragt. Die grundlegende Hypothese der vorliegenden Arbeit lautet allerdings, dass die für ein solches Vorgehen nötige wissenschaftliche Fundierung fehlt und die zugrundeliegende Definition dem Gegenstand Image in seiner Komplexität nicht gerecht wird. Das Image wird in seiner Wesenheit stark vereinfacht dargestellt. Es erscheint als Summe der Assoziationen, die einzelne Personen mit einem Gegenstand, einer Person oder Institution verknüpfen. Da aber offenkundig unterschiedliche Images in verschiedenen sozialen Gruppen anzutreffen sind, liegt die Annahme nahe, dass das Image mehr als die Summe seiner Einzelassoziationen ist und eine soziale Komponente in diesem Teil der geographischen Forschung fälschlicher Weise ausgeklammert wird. Hierüber mehr zu erfahren, verspricht ein weiter reichendes Verständnis für das Phänomen Image. Dieses wird wiederum als existenziell wichtig erachtet, bevor etwa eine kompetente Diskussion über die Möglichkeiten zur Einflussnahme auf das Image der Geographie geführt werden kann.
Die vorliegende Arbeit geht zu diesem Zweck systematisch vor. Sie analysiert zunächst das bislang vorherrschende Verständnis von dem Gegenstand Image innerhalb der Geographie. Verschiedene Bedeutungen von Image koexistieren innerhalb der Disziplin. Es gibt also nicht “das“ Image in der geographischen Wissenschaft. Verschiedene Teilbereiche der Geographie arbeiten mit dem Begriff und liefern jeweils eigene Hinweise auf die Eigenschaften, die dem Gegenstand zugeschrieben werden können. Dabei lassen sich bereits in der Wahrnehmungs- und Mediengeographie Hinweise finden, dass neben der individualpsychologischen auch noch eine soziale Dimension zu beachten ist. Aufschluss über diese grundsätzlichen Fragen liefert vor allem die Soziologie. Eine Definition nach HILLMANN (1994: 355) stellt fest, dass das Image von kulturellen Leitbildern und selektiven sozialen Wahrnehmungen beeinflusst wird. Dieser Aspekt hat das Interesse des Verfassers besonders geweckt. Welche Mechanismen begründen ein Image? Wie verändert es sich und wie wird es zum Teil über viele Jahrzehnte hinweg beinahe unverändert reproduziert? Entscheidend für das weitere Vorgehen in der vorliegenden Arbeit war außerdem deshalb die mithilfe der Systemtheorie nach LUHMANN (1991) erarbeitete Erkenntnis, dass Kommunikation der Ort der Entstehung, der Veränderung und der Reproduktion eines Images ist. Ein Image lässt sich demnach nur erheben, wenn die Kommunikation in den Fokus gerückt wird. Wie wird über ein Image gesprochen? Zu welcher Gelegenheit fällt der entsprechende Begriff? Welche Image-Elemente und -Dimensionen werden in einer Gruppe unterschieden, wenn über den Gegenstand kommuniziert wird?
Die Exploration hatte ihr weiteres Vorgehen mit diesen Erkenntnissen abzustimmen und sucht deshalb gezielt nach Dimensionen des Eigenimages der Geographie. Es werden die Metatheorie, die Disziplinhistoriographie und der Gegenstand der Geographie als Dimensionen herausgearbeitet. Für alle drei trifft der Befund zu, dass innerhalb der Geographie unterschiedliche Interpretationen von der jeweiligen Dimension koexistieren. Eine normative Diskussion über diesen Umstand lehnt die vorliegende Arbeit ab. Sie stellt lediglich fest, dass diese Vielfalt der Vorstellungen und Bedeutungen der Kommunikation eines einheitlichen Images von der Geographie nach außen hinderlich sein könnte.
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