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Histologische Untersuchung des Knochenmarks und immunhistologischer Nachweis von Interleukin-6 bei Katzen mit Feliner Infektiöser Peritonitis (FIP)

Schröder, Sabrina


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (22.129 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-123682
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12368/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Pathologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6478-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.07.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 02.12.2016
Kurzfassung auf Deutsch: 1. Ziel dieser Untersuchung war es, die histolopathologischen Veränderungen des Knochenmarks bei natürlich FIPV-infizierten und an FIP erkrankten Katzen näher zu charakterisieren und mit den Knochenmarksbefunden von Katzen mit verschiedenen anderen Erkrankungen zu vergleichen.
Desweiteren sollte mit der Etablierung des immunhistologischen Nachweises von felinem IL-6 bei der Katze die Expression dieses Zytokins in den FIP-Läsionen, aber vor allem im Knochenmark, untersucht werden, um diese vor dem Hintergrund der histopathologischen Befunde und mit Hinblick auf die Bedeutung von IL-6 bei der Pathogenese der FIP zu interpretieren.
2. Die Literaturübersicht gibt einen Überblick über den Aufbau, die Funktion und die verschiedenen Befunde des Knochenmarks unter Berücksichtigung der strukturellen, insbesondere für die histologische Aufarbeitung wichtigen, Besonderheiten.
Weiterhin werden Ätiologie und Epidemiologie, das Krankheitsbild und die pathologischen Veränderungen der FIP, unter besonderer Berücksichtigung der hämolymphatischen Organe, sowie der Stand der Forschung hinsichtlich der Pathogenese dargestellt.
Außerdem wird eine Übersicht über die Rolle und Wirkweise von Zytokinen, im Speziellen von Interleukin-6, im Rahmen von Entzündungsprozessen und ihre Bedeutung bezüglich der Pathogenese der FIP gegeben.
3. Die Untersuchungen erfolgten an formalinfixierten, teils EDTA-entkalkten und in Paraffin eingebetteten Knochenmarksproben aus der Diaphyse des Femurs und dem Sternum von insgesamt 77 Katzen aus dem Sektionsgut des Instituts für Veterinär-Pathologie der Justus-Liebig-Universiät Gießen. Dabei handelte es sich um 32 Katzen, bei denen histopathologisch und immunhistologisch das Vorliegen der FIP diagnostiziert wurde, sowie um 45 Vergleichstiere.
4. Bei sechs der 32 FIP-Katzen konnten FIP-typische Granulome im Knochenmark festgestellt und bei zwei der sechs Katzen erstmals FCoV-Antigen in den Knochenmarksläsionen nachgewiesen werden. Bei den übrigen vier Katzen waren die Granulome zu klein, um nach der histo-logischen Entdeckung noch immunhistologisch weiter bearbeitet werden zu können.
5. Der überwiegende Anteil der FIP-Katzen wies einen sehr hohen Zellgehalt im Knochenmark mit einem hohen Blastenanteil auf, bei dem es sich vermutlich um frühe myeloische Vorläuferzellen handelt. Zudem wurden eine herabgesetze Erythropoese sowie eine geringere Megakaryozytendichte beobachtet. Diese Befunde sind als reaktive Veränderungen auf die extramedullären Entzündungsprozesse im Rahmen der FIP zu interpretieren und nicht als krankheitsspezisch anzusehen.
6. Es gelang die Etablierung des immuhistologischen Nachweises von felinem Interleukin-6 in formalinfixierten und in Paraffin eingebetteten Gewebeproben.
Die Expression dieses Zytokins konnte in Entzündungszellen der FIP-Läsionen vorgefunden werden, allerdings scheint die Virusinfektion der Zelle keine Aufregulierung der Interleukin-6-Expression in diesen Makrophagen zu bedingen.
7. Im Knochenmark konnte eine konstitutive Interleukin-6-Expression bei allen Katzen festgestellt werden. Der IL-6-Gehalt in den Knochenmarkszellen bei FIP war gegenüber den Vergleichsgruppen aber herabgesetzt, so dass lokal keine maßgebliche Beteiligung von Interleukin-6 an den beschriebenen Veränderungen bei den FIP-Katzen erkennbar ist. Ein systemischer Einfluss, insbesondere in Verbindung mit anderen proinflammatorischen Zytokinen wie TNF und IL-1β, ist vorstellbar.
Kurzfassung auf Englisch: 1. The aim of the study was to characterize the histopathological bone marrow changes in naturally infected cats with FIP and to compare these with bone marrow findings in cats affected by different other diseases.
Additionally, after development of a protocol to detect feline Interleukin-6, expression of this cytokine in FIP-lesions, especially within the bone marrow, should be examined and interpreted in light of the histopathological findings observed and regarding the relevance of IL-6 in the pathogenesis of FIP.
2. First, an overview of the structure, function and different bone marrow findings is outlined considering particularly features relevant for the histological processing.
Furthermore etiology, epidemiology, symptoms and pathological findings of FIP are described with focus on the haemolymphatic tissues. Moreover the actual knowledge about the pathogenesis of FIP is summarized.
Subsequently, an overview of the role and mechanisms of cytokines in general, and especially of Interleukin-6, in the context of inflammatory diseases and their role in the pathogenesis of FIP is given.
3. The study was conducted on formalin-fixed, partly decalcified and paraffin-embedded bone marrow samples of the femoral diaphysis and sternum taken from 77 cats submitted to the Department of Veterinary Pathology, Justus-Liebig-University Gießen.
In 32 of the cats FIP had been diagnosed histopathologically and immunohistochemically. The remaining 45 cats showed inflammatory/ infectious diseases other than FIP, neoplasias, trauma or heart diseases and other death causing circumstances.
4. In the bone marrow of six of the 32 cats with FIP disease-specific granulomas could be observed. In two out of these six animals FCoV-antigen in the bone marrow lesions could be detected for the first time as far as already known. An immunohistological examination of the granulomas in the samples of the other four animals was not possible due to the limited size of the lesions.
5. Predominantly, cats with FIP showed an increased cellularity with a high amount of blasts supposed to be myeloid precursors, a decreased erythropoiesis and a low content of megakaryocytes. These findings are interpreted as reactive changes due to the extramedullary inflammatory processes of the disease and not as FIP-specific.
6. We developed a protocol to detect feline Interleukin-6 in formalin-fixed and paraffin-embedded tissue samples.
The expression of IL-6 was found in inflammatory cells within FIP-typical inflammatory infiltrates, but no correlation of the viral infection of the cell and the cytokine expression in these macrophages was obvious.
7. All cats revealed a constitutive expression of IL-6 in the bone marrow. In diseased cats with FIP the amount of IL-6-positive bone marrow cells was decreased in comparison to the other study groups. Therefore there is no crucial local involvement of IL-6 expected regarding the bone marrow changes of cats with FIP.
A systemic influence, especially in combination with other proinflammatory cytokines like TNF and IL-1β, is assumed.
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