Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Eine kontrolliert retrospektive Studie über das Heilungsverhalten des M. interosseus medius des Pferdes unter dem Einfluss regenerativer Therapien, erfasst mittels Elektronenmikroskopie

Klose, Eva-Maria


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (5.046 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-123405
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12340/

Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und –Embryologie; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Rechtsmedizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6502-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.05.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 21.11.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser kontrolliert retrospektiven klinischen Studie war es das Heilungsverhalten des M. interosseus des Pferdes dem Einfluss von equinen mesenchymalen Stammzellen (MSC) und platelet rich plasma (PRP) auf ultrastruktureller Eben mit Hilfe von Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) zu untersuchen. 30 Pferde mit einer vordiagnostizierter Desmitis des M. interosseus medius wurden in die Studie aufgenommen und blind randomisiert in drei Gruppen eingeteilt. Die Pferde aus Gruppe A wurden mit einem Placebo behandelt (Dulbeccos Modified Eagle Medium) und dienten als Kontrollgruppe. Die Pferde aus Gruppe B erhielten autologes PRP und die Pferde aus Gruppe C allogene, kryokonservierte MSC. Im Abstand von 6 Wochen wurden insgesamt 3 Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Diese beinhalteten eine klinische und sonographische Untersuchung sowie die Entnahme einer Feinnadelbiopsie aus dem Bereich des erkrankten Fesselträgers zur elektronenmikroskopischen Untersuchung. Alle Pferde verfolgten ein standardisiertes Bewegungsprotokoll.
Nach einem Zeitraum von 6 Monaten gaben die Patientenbesitzer in Form eines Fragebogens Auskunft über den Stand der Fesselträgererkrankung ihres Pferdes.
Diese Arbeit ist Bestandteil einer dreigliedrigen Gesamtstudie. Der vorangegangene erste Teil der Studie beinhaltete die klinische und die sonographische Untersuchung, sowie die Auswertung der Fragebögen. Im zweiten Teil der Gesamtstudie wurde der ultrastrukturelle Aufbau des M. interosseus medius gesunder Pferde, nach gleicher Methode dieser Arbeit (TEM), untersucht. Bei der durchgeführten elektronenmikroskopischen Untersuchung wurden Kollagenfibrillen in ihrem Querschnitt analysiert. Ziel dieser Studie war der Vergleich von gesunden mit erkrankten Fesselträgern, sowie die Erfassung des Heilungsverhaltens und des möglichen Einflusses der verwendeten Therapien. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten auf ultrastruktureller Ebene keinen signifikanten Unterschied zwischen den drei Therapiegruppen und zwischen den drei Untersuchungszeitpunkten. Aus der vorangegangenen klinischen Studie wurde der Lahmheitsgrad und der das Gewebe charakterisierende Score-Wert, ermittelt im Zuge der sonographischen Untersuchung, aufgegriffen und statistisch mit den Ergebnissen der elektronenmikroskopischen Untersuchung verglichen. Beide Werte weisen keinen Einfluss auf das erfasste ultrastrukturelle Erscheinungsbild der erkrankten Bereiche der Sehnen auf.
Pferde mit lang anhaltender Erkrankung des M. interosseus medius zeigten einen signifikant kleineren Verteilungsbereich der Fibrillen. Diese Erscheinung ist nicht gruppenspezifisch sondern bezieht sich gruppenunabhängig auf alle Studienpferde. Zusammenfassend bleibt die Erkrankungsdauer der einzig signifikante Einflussfaktor.
Im Vergleich der erkrankten Fesselträgerbiopsien der Studienpferde zu den gesunden Sehnenproben gewonnen von Schlachtpferden zeigten sich vor allem im Bereich der Werte des Median und der Standardabweichung gehäuft signifikante Unterschiede. Ein deutlicher Unterschied in der Größenanordnung der einzelnen Fibrillen, ähnlich dem von Narbengewebe, lies sich festhalten. In Bezug auf die Fibrillendichte und den Fibrillenanteil in % lies sich kein Unterschied zwischen erkranktem und gesundem Gewebe finden.
Insgesamt verbesserten sich alle Studienpferde klinisch und ultrasonographisch. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Kontrollgruppe und den beiden Therapiegruppen.
Kurzfassung auf Englisch: In this controlled study the influence of equine MSC (mesencymal stroma cells) and PRP (platelett rich plasma) on the healing process of horses suffering from desmitis of the equine suspensory ligament (SL) was assessed by clinical, sonographic and ultrastructural examination. The ultrastructure of injured SL-tissue was analysed using transmission electron microscopy (TEM).
30 horses with a diagnosis of SL-desmitis were included. They were divided into 3 groups of 10 horses each. Animals in group A were treated with a placebo (Dulbeccos Modified Eagle Medium) and served as a control group. Horses of group B were treated with autologous PRP and Horses in group C were treated with allogenic, cryo-conserved MSC. Clinical and sonographic examinations were performed at 6 –weeks-intervals. During the initial examination and both controls a fine needle biopsy of the SL lesion area was obtained for the ultrastructual analysis, after the clinical and sonographic examination. All horses were trained according to a controlled exercise program. A questionnaire was used to asses the situation at 6 months.
This work is part of a complete study consisting of three different scientific works. Part one contains the clinical and sonographically examinatnion as well as the questionaires. Part two analysed the ultrastructure of healthy SL, using the same method as in this study. During the electronmicroscopic examination collagen fibrils were measured in their cross-section. The aim of this study was to compare the ultrastructure of healthy SL to those suffering from desmitis and to characterize the healing process of damaged SL tissue, including the possible influence of the applied therapies.
The ultrastructural analysis showed no significant difference between the samples of the three groups and the time of examination. Horses that had suffered from desmitis of the SL for a longer period of time (chronic desmitis) showed a significant smaller range of fibrils. This finding was overlapping the three groups.
In comparison to healthy SL the collagen fibrils of the horses suffering from desmitis showed a significant smaller median and standard deviation of their fibril cross sectional area. This manifestation is consistent with scar tissue. In terms of the total density of fibrils and the amount of fibrils in % there was no significant difference between healthy and damaged SL tissue.
All patients improved clinically and sonographically during this study. There were however, no significant differences between the two treatment groups and the control group.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand