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Ursache, Diagnostik und Therapie des Gallensteinleidens bei Kindern

Driedger, Judith Claudia


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (15.839 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-123125
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12312/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung Kinderradiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6497-6
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 01.11.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Gallensteine bei Kindern sind ein immer häufiger anzutreffendes Krankheitsbild. Diese bekannte internistische Erkrankung folgt bei Kindern nicht einer festen Kausalkette wie bei den Erwachsenen. Neben vielen prädisponierenden Faktoren wie Adipositas, positiver Familienanamnese, hämolytischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen oder Tumorleiden ist auch bei Kindern die idiopathische Form weit verbreitet. Die Kinder zeigten häufiger symptomatische Gallensteine, wobei sich die Symptome vor allem bei kleineren Kindern nicht in Form von Koliken äußern, sondern unspezifisch sind und dadurch die Diagnostik erschwert ist. Allerdings kann hier auch eine zufällige Korrelation asymptomatischer Gallensteine mit einer anderen Erkrankung vorgelegen haben.
Auch bei der Geschlechterverteilung waren Unterschiede zu den Erwachsenen nachweisbar, da sich hier eine leichte Knabenwendigkeit abzeichnete.
Fast alle Gallensteinbefunde wurden an unserer Klinik mittels Sonographieuntersuchung diagnostiziert, womit diese auch bei den Kindern den Goldstandard der diagnostischen Verfahren darstellt. Lediglich in der weiteren Diagnostik kamen weitere radiologische Verfahren wie die Abdomenübersichtsaufnahme, MRCP oder Funktionssonographie zum Tragen. Was die Komplikationen und Begleitreaktionen bei den Kindern mit Gallensteinen betrifft, konnte herausgefunden werden, dass diese möglicherweise mit der Anzahl der Gallensteine korreliert und es sich dabei vor allem um die Choledocholithiasis handelt. Insgesamt wurde die Mehrzahl der Kinder zunächst konservativ behandelt. Hierbei kam sowohl das abwartende Procedere mit regelmäßigen sonografischen Kontrollen, als auch die Behandlung des Steinleidens mit Ursodesoxycholsäure zum Tragen. Ersteres wurde vor allem bei den asymptomatischen Kindern durchgeführt und diese entwickelten so gut wie nie Komplikationen. Zudem konnte sowohl in unserer Studie als auch in der Literatur gerade bei den Säuglingen eine spontane Auflösung der Steine beobachtet werden. Im Vergleich zu den Erwachsenen ist die Behandlung mit Ursodesoxycholsäure bei den kleinen Patienten wesentlich vielversprechender und kann neben einer Heilung vor allem auch zur Symptomfreiheit beitragen. Beim operativen Ansatz stellt die laparoskopische Cholezystektomie auch bei den Kindern das Verfahren der Wahl dar, sollten aber durch geschulte Operateure durchgeführt werden, da sonst das Risiko für Komplikationen steigt.
Kurzfassung auf Englisch: Gallstones in children is an increasingly common diagnosis. While this disease has a well known causal spectrum in adults, aeteologic factors in children range from overweight, family history, metabolic disturbances, haemolitical diseases and cancer to lot of idiopatic causes.
Gallstones in children are more often symptomatic than asymptomatic. While in adults colicy pain is most common, children show a variety of different nonspecific symptoms like abdominal pain, nausea and jaundice. Especially in newborns and toddlers we noticed nonspecific symptoms like weakness, crying and unusual nursing habits. Finding the right diagnosis can be challenging in this group.
In adults there is a predisposition of the female sex, while in children there was an almost equal distribution and even a slight majority on the boys’ side.
Almost every case of pediatric gallstones was diagnosed through ultrasound, which makes this examination the gold standard in primary diagnosis.
Only for further diagnostic issues other radiological techniques like abdominal x-ray, functional ultrasound and MRI were being used.
Our study showed a correlation between the number of gallstones and the frequency of complicated gallstones. The most common accessory finding in children with gallstones was choledocholithiasis which was diagnosed through ultrasound and /or MRI. In seven cases an ERCP was necessary to salvage the concrement.
Collectively the majority of the children were initially treated conservatively either with regular ultrasound controls or ursodesoxycholic acid.
The principal of watch and wait was mostly used in children with asymptomatic gallstones and almost never caused any complicated cases during follow up. Moreover in newborns and premature neonates a high rate of spontanous decomposition of gallstones was recognized. Unlike adults, children who received usodesoxycholic acids in 33 percent showed a dissolution of their concrements, another third turned asymptomatic during treatment while only one third had consistent pain or suffered from a recurrence. Whenever surgery was necessary the laparoscopic approach was highly preferred because it is less invasive, causes less pain and fewer days in hospital.
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