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Zusammenhänge zwischen Patientengewicht und kieferorthopädischem Behandlungserfolg

Wagner-Elfateh, Julia


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (8.031 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-122660
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12266/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6489-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 20.09.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel: Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) eines Patienten und der Kooperation während der Multibracketbehandlung (MB) bzw. dem kieferorthopädischen Behandlungserfolg gibt.
Material und Methode: Die Daten alle Patienten im Alter zwischen 8 und 18 Jahren, deren MB-Behandlung zwischen März 2007 und August 2010 begonnen und abgeschlossen wurde, wurden analysiert. Der BMI der Patienten vor der Behandlung wurde berechnet, die Anzahl der Behandlungstermine sowie die Dauer der MB-Behandlung notiert und die Kooperation anhand der Anzahl negativer Karteneinträge (schlechte Mundhygiene, Reparaturen, versäumte Behandlungstermine etc.) beurteilt. Der Behandlungserfolg wurde mittels des Peer Assessment Rating Index (PAR-Index) bewertet.
Ergebnisse: Von 77 Patienten hatten 61 (79,2%) ein normales Gewicht, während 16 (20,8%) übergewichtig waren. Während die Normalgewichtigen im Durchschnitt 17,6 Termine bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 18,9 Monaten hatten, waren bei den Übergewichtigen durchschnittlich 19,9 Behandlungstermine in einem Zeitraum von 21,4 Monaten nötig (Termine p=0,3916; Dauer p=0,4649). 50,8% (n=31) der normalgewichtigen Kinder zeigten eine gute Kooperation, wohingegen nur 25% (n=4) der übergewichtigen Kinder eine gute Mitarbeit zeigten. Infolgedessen war der Anteil der Patienten mit einer schlechten oder sehr schlechten Mitarbeit in der Gruppe der übergewichtigen Kinder höher (37,5% mäßig, 37,5% schlecht) als in der Gruppe der normalgewichtigen Kinder (30,6% mäßig, 17,7% schlecht) (p=0,1088). In der Gruppe der Normalgewichtigen wurde der PAR-Wert im Durchschnitt von 26,2 auf 8 Punkte reduziert (65,3%). Bei den Übergewichtigen fand eine durchschnittliche Reduktion von 23,2 auf 7,7 Punkte statt (64,7%) (p=0,3151).
Schlussfolgerung: Übergewichtige Kinder neigten während der MB-Behandlung zu einer schlechtere Mitarbeit. Zwar zeigten übergewichtige eine längere Behandlungsdauer als normalgewichtige Patienten mit vermehrten Behandlungsterminen, der Unterschied zeigte jedoch keinen inferenzstatistischen Effekt. Bei den Behandlungsergebnissen zeigten beide Gewichtsgruppen einen vergleichbaren kieferorthopädischen Behandlungserfolg.
Kurzfassung auf Englisch: Aim: To assess the correlation between Body Mass Index (BMI), patient cooperation and the success of treatment during multibracket (MB) appliance therapy.
Material and Methods: All adolescent MB patients started and finished between march 2007 and august 2010 were analyzed. A total number of 77 patients fulfilled the inclusion criteria (age under 18, complete documentation, finished treatment). The pretreatment BMI was calculated and negative file entries such as bad oral hygiene, missed appointments, appliance breakage etc. were recorded. According to the number of negative entries, patient cooperation was classified as good, bad or poor. Additionally, the treatment duration and the number of appointments were recorded. For the evaluation of treatment success the pre- and posttreatment PAR-scores were measured.
Results: Of the 77 subjects 61 had a normal BMI (79.2%) and 16 were considered overweight (20.8%). Whereas only 51.7% of the normal weight children had a good cooperation, only 25% of the overweight patients cooperated sufficiently. Consequently, the amount of patients exhibiting a bad or poor cooperation was higher in the overweight group (37.5% bad, 37.5% poor) than in the normal weight group (30.6% bad, 17.7% poor) (p=0.1088). Patients with an increased BMI had a slightly longer treatment duration and needed more appointments (21.4 months, 19.9 appointments) than their normal weight peers (18.9 months, 18.1 appointments) (p=0.4649;p=0.3916). The PAR-score reduction, however, was comparable (normal BMI: 18.2 points, 65.3%; increased BMI: 15.5 points, 64.7%) (p=0.3151).
Conclusion: In the present study children with increased BMI did not cooperate as well during the MB therapy as their normal weight peers. Furthermore, overweight patients had a slightly longer treatment duration with more appointment needs, but no statistical effect. The treatment outcomes were comparable in the two groups.
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