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Die sonographische Untersuchung (B-Mode, Farbdoppler und Power Doppler) von Hauttumoren und deren Differentialdiagnosen bei Hund und Katze

Thiel, Cetina


Originalveröffentlichung: (2003) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2003
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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-12222
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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sonographie , Hauttumoren
Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Chirurgische VeterinÀrklinik, Kleintierchirurgie
Fachgebiet: VeterinÀrmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-626-0
Sprache: Deutsch
Tag der mĂŒndlichen PrĂŒfung: 13.02.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 29.09.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, die Wertigkeit der sonographischen Untersuchung im Hinblick auf
die Artdiagnose bzw. die DignitĂ€tsbeurteilung von oberflĂ€chlichen Neoplasien zu ĂŒberprĂŒfen.
In die Untersuchungen wurden 115 Patienten einbezogen, die klinisch oberflÀchliche
Zubildungen jeglicher Art aufwiesen.

Jede Zubildung wurde zunĂ€chst im B-Mode auf GrĂ¶ĂŸe, Form, Abgrenzbarkeit vom
umgebenden Gewebe, Echotextur und Reflexmuster, sowie distale SchallverstÀrkung bzw.
laterale Schallschatten ĂŒberprĂŒft. In anschließenden Farbdoppler bzw. Power Doppler
Untersuchungen wurde der Durchblutungsmodus der betreffenden Neoplasie festgestellt. Je
nach Anzahl der detektierten BlutgefĂ€ĂŸe erfolgte die Einteilung in geringgradige,
mittelgradige oder hochgradige Durchblutung. Eine HĂ€ufung der GefĂ€ĂŸe im Randbereich, in
der Mitte des Tumors oder eine diffuse Durchblutung wurden dokumentiert. Desweiteren
wurde die GrĂ¶ĂŸe der BlutgefĂ€ĂŸe, sowie eventuelle pathologische Verlaufsmuster festgestellt.
Anhand der sonographischen Ergebnisse wurde anschließend eine Verdachtsdiagnose gestellt.
Im Anschluß an die Sonographie erfolgte bei einem Teil der Tumoren die chirurgische
Exstirpation mit histologischer Untersuchung, in anderen FĂ€llen wurde das neoplastische
Gewebe ausschließlich bioptiert und histologisch untersucht bzw. anhand von Zellentnahmen
die zytologische Untersuchung angeschlossen. Die hierdurch gewonnenen Ergebnisse wurden
dann mit der zuvor getroffenen Verdachtsdiagnose verglichen und die Übereinstimmung
ĂŒberprĂŒft.

Die Artdiagnose bzw. Bestimmung des Gewebetyps der Neoplasien konnte im B-Mode in den
meisten FĂ€llen nicht erfolgen. Die Ausnahme bildete das Lipom, welches mit seiner
reflexarmen Grundstruktur mit reflexreichen Stippchen schon im Graubild sicher zu erkennen
war. EingeschrĂ€nkt bestimmbar war das Fibrosarkom, welches ab einer bestimmten GrĂ¶ĂŸe die
Neigung besaß, flĂŒssigkeitsgefĂŒllte HohlrĂ€ume neben inhomogenen Gewebeabschnitten zu
bilden, aus denen sich nach Anschnitt rötliche FlĂŒssigkeit entleerte. Da jedoch auch andere
Tumorarten solche reflexlosen Areale bildeten, war die sichere Artdiagnose nicht möglich.
Alle anderen Tumoren, ob benigne oder maligne, wiesen keine charakteristischen
Kennzeichen im B-Mode auf, anhand derer man den Gewebeursprung sonographisch
erkennen konnte.

Auch die Untersuchungen mit Hilfe des Farbdopplers bzw. Power Dopplers gaben keinen
Hinweis auf die Tumorart.

Desweiteren sollte mit dieser Arbeit geklÀrt werden, ob die DignitÀtseinschÀtzung von
Tumoren anhand des sonographischen Erscheinungsbildes möglich ist. Die Untersuchungen
im B-Mode zeigten, dass sowohl benigne als auch maligne Tumoren sonographisch gut
abgegrenzt oder invasiv erscheinen konnten. Der Anteil der malignen Tumoren, die invasiv
wuchsen, war jedoch deutlich höher. Die Echotextur reichte bei beiden Gruppen von
homogen bis hochgradig inhomogen. Im Falle der gutartigen Tumoren war die Grundstruktur
durchschnittlich homogener, ein inhomogenes Erscheinungsbild wurde in manchen FĂ€llen
durch zusĂ€tzliche, entzĂŒndliche Komponenten hervorgerufen. Dennoch war auch das
Merkmal der HomogenitĂ€t, genauso wie die regelmĂ€ĂŸige Form alleine kein
DignitÀtskriterium.

Die Untersuchung des Durchblutungsmodus erbrachte zusÀtzliche Hinweise: 34 von 38
benignen Zubildungen wiesen keine oder geringgradige Durchblutung auf. Vier gutartige
Zubildungen zeigten gering-mittelgradige bzw. mittel-hochgradige GefĂ€ĂŸansammlungen. Bei
drei von ihnen konnten histologisch massive EntzĂŒndungsanzeichen nachgewiesen werden.
Im Fall der malignen Zubildungen erwiesen sich 40 von 41 Tumoren als mittel-hochgradig
durchblutet. Dies bestÀtigte die deutliche Tendenz maligner Tumoren zu verstÀrkter
BlutgefĂ€ĂŸneubildung. Der DurchblutungsintensitĂ€t bzw. dem –muster (diffus, zentral,
peripher) konnten kein Hinweise auf die Tumorart entnommen werden. Das Vorhandensein
von UnregelmĂ€ĂŸigkeiten im GefĂ€ĂŸverlauf (torquiert, Kapseldurchbruch, starke
Verzweigungen, GefĂ€ĂŸabbrĂŒche etc.) war jedoch ein deutlicher Hinweis auf MalignitĂ€t.

Fasste man die Ergebnisse der Graubilduntersuchung mit der Farbdoppler- bzw. Power
Doppleruntersuchung zusammen, so lag die Genauigkeit der DignitÀtsbeurteilung bei 88,66
%. Schwierigkeiten ergaben sich bei entzĂŒndlich verursachten Zubildungen, welche
sonographisch keine Merkmale einer EntzĂŒndung zeigten (z.B. pyogranulomatöse
EntzĂŒndungen) sowie bei benignen Tumoren, die zusĂ€tzliche entzĂŒndliche Anteile aufwiesen.
Die Unterscheidung tumoröser Erkrankungen von entzĂŒndlichen VerĂ€nderungen (z.B.
Abszeß) oder von Zubildungen anderer Genese (z.B. Meliceris) gelang in den allermeisten
FĂ€llen. Auch hier fĂŒhrten entzĂŒndliche Zubildungen, die sich wie tumoröses Gewebe
darstellten, zu Fehldiagnosen.

Im Fall der untersuchten LymphknotenvergrĂ¶ĂŸerungen konnte anhand des Erscheinungsbildes
im B-Mode keine DignitĂ€tsbestimmung erfolgen. Form, GrĂ¶ĂŸe, Abgrenzbarkeit, Echomuster
sowie der sogenannte Solbiati-Quotient waren keine sichere DignitÀtskriterien. Die
zusÀtzliche Auswertung von Durchblutungskriterien scheint jedoch die richtige Beurteilung
einer LymphknotenvergrĂ¶ĂŸerung sehr viel sicherer zu machen. Weitere Untersuchungen an
grĂ¶ĂŸeren Patientenzahlen, auch mit Kontrastmittelgabe, sollten durchgefĂŒhrt werden.

Die zytologische bzw. histologische Untersuchung von oberflÀchlichen Zubildungen ist der
diagnostische Schritt, der sich der Exstirpation einer Neoplasie anschließen bzw. im Vorfeld
der operativen Behandlung durchgefĂŒhrt werden sollte, um die Tumorart zu bestimmen. Die
sonographische Untersuchung kann jedoch wertvolle Zusatzinformationen liefern. Die
prÀoperative Sonographie von Zubildungen zeigt in den meisten FÀllen die Ursache der
Neoplasie (Abszeß, gewebiger Tumor, Meliceris, SchilddrĂŒsentumor etc.) und kann so die
nachfolgende Therapie beeinflussen oder korrigieren. Auch Wachstumsmerkmale wie
InvasivitĂ€t, Kapselbildung, starke Durchblutung, Einbruch in GefĂ€ĂŸe oder die nahe Lage zu
wichtigen Organen können sonographisch bestÀtigt bzw. ausgeschlossen werden. Diese
Zusatzinformationen können fĂŒr anstehende Operationen verwertet werden. Abschließend ist
durch die korrekte Auswertung aller Merkmale der Neoplasie im B-Mode sowie im Farb-
oder Power Doppler die DignitÀtsbeurteilung in vielen FÀllen möglich.
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