Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Isolierung, Charakterisierung und Differenzierung von Stammzellen des Spiralganglions

Gramling, Veronika


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (16.945 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-120666
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12066/


Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Institut fĂŒr VeterinĂ€r-Anatomie, -Histologie und -Embryologie
Fachgebiet: VeterinÀrmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6428-0
Sprache: Deutsch
Tag der mĂŒndlichen PrĂŒfung: 24.04.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 06.06.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Über die Mikrodissektion des Spiralganglions und die Kultivierung der Zellen konnten sphĂ€renbildende Stamm- und VorlĂ€uferzellen isoliert werden. Diese NeurosphĂ€ren wurden anhand ihrer Morphologie, der ProliferationsaktivitĂ€t und Expression von Nestin bis zur tertiĂ€ren Generation nĂ€her charakterisiert. Morphologisch zeigten sich innerhalb der SphĂ€ren kaum Unterschiede. Anhand der Proliferation und Expression von BrdU und Ki-67 stellte sich heraus, dass SphĂ€ren bis hin zur tertiĂ€ren Generation mitotisch aktiv sind und den Stamm- und Progenitorzellmarker Nestin exprimieren.
Des Weiteren waren einzelne Stammzellen des Spiralganglions zu klonalem SphĂ€renwachstum in der Lage. Einen enormen Einfluss auf die KlonalitĂ€t von SphĂ€ren hatten der Versuchsaufbau sowie der Experimentator. Durch Bewegung der Platten, hohe Zelldichte, lange Kultivierungsdauer und Verwendung sekundĂ€rer anstelle primĂ€rer SphĂ€ren konnte das klonale Wachstum von SphĂ€ren negativ beeinflusst werden. Über die EinschrĂ€nkung der Beweglichkeit von Zellen und der Unterbindung von Konglomeration in Form semisolider Medien konnte diese AnfĂ€lligkeit fĂŒr ChimĂ€rismus stark reduziert werden. Selbst bei Platzierung einer Einzelzelle pro Well zeigten die Zellen des Spiralganglions in vollstĂ€ndiger Isolation zu anderen Zellen die FĂ€higkeit der SphĂ€renbildung. Zell-Zell-Interaktionen schienen daher kein obligater Parameter fĂŒr die Generierung klonaler SphĂ€ren zu sein.
Neuronale und gliale Zellen differenzierten aus aktiv durch Teilung entstandenen neuen Zellen und wurden ĂŒber Marker detektiert. Diese Multipotenz ist eine weitere wichtige Eigenschaft von Stammzellen. Die Morphologie dieser Zellen gab weitere wichtige Hinweise darauf, dass Neurone und Gliazellen aus SphĂ€renzellen entstehen können.
Die dargelegten Versuche zeigen, dass das neonatale Spiralganglion Stammzellen enthĂ€lt, die die definierenden Eigenschaften von Stammzellen aufweisen (McKay 1997). Sie verfĂŒgen ĂŒber ein hohes proliferatives Potential, sind zur Selbsterneuerung fĂ€hig und können in reife Zelltypen des Innenohrs ausdifferenzieren. Diese Charakteristika zeigen, dass im neonatalen Spiralganglion die FĂ€higkeit zur Regeneration durch Stammzellen vorhanden sein könnte. Mit der Möglichkeit, diese Zellen zu isolieren und zu differenzieren, werden neue therapeutische Wege eröffnet.
Kurzfassung auf Englisch: Sphere-forming stem- and progenitor cells could be isolated by microdissection of the spiral ganglion and cultivation of these cells. The neurospheres were characterized based on morphology, proliferation and expression of nestin until the third generation. Morphologically hardly any difference could be detected. Proliferation and expression of Ki-67 and BrdU revealed that spheres are not just mitotically active until the third generation but also express the stem- and progenitor cell marker nestin.
Moreover, solely stem cells of the spiral ganglion were able to grow clonally. A huge influence on clonality of spheres had the experimental conception as well as the experimenter. Motion of the plates, high cell density, long cultivation duration but also the usage of secondary instead of primary spheres had a negative impact on the clonal growth of spheres. Restricted motility of cells and the restraint of conglomeration, using semisolid media, resulted in less chimerism. Even if just a single cell was placed per well, cells of the spiral ganglion did not lose the ability for sphere formation. Cell-cell-interaction did not seem to be an obligated parameter for the creation of clonal spheres.
Neuronal and glial cells differentiated from mitotically active, newly emerged cells, these were detected with markers. This multipotency is another main feature of stem cells. The morphology of these cells indicated that neurons and glial cells can be generated from sphere cells.
Presented experiments showed that the neonatal spiral ganglion contains stem cells, displaying defining features of stem cells (McKay 1997). They possess a high proliferative potential, the capacity for self-renewal and they can differentiate into mature cells of the inner ear. These characteristics reveal that the neonatal spiral ganglion potentially could have the ability for the regeneration by stem cells. The opportunity to isolate and differentiate those cells will open new therapeutic ways.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand