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Metropolregionen ÔÇô Kooperationen und Zukunftsaufgaben : Diffusion sozialer Innovation im Raum, am Beispiel von Quito (Ecuador)

Gierhake, Klaus


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-120236
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12023/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Stadtentwicklung , Raumordnung , angewandte Geographie
Universität Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen
Fachgebiet: Zentrum f├╝r internationale Entwicklungs- und Umweltforschung
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung
Dokumentart: Buch (Monographie)
ISBN / ISSN: 978-3-944682-16-7
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 18.04.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Der Artikel vertieft den bisher punktuell diskutierten Raumbezug von ÔÇ×regional governanceÔÇť, nutzt als Fallbeispiel die Metropolitanregion Quito (Ecuador) und komplementiert damit die Forschungen, die sich stark auf den europ├Ąischen und nordamerikanischen Raum konzentrierten. Dies geschieht aus dem Blickwinkel angewandter Geographie, wobei auf vier theoretische Konzepte zur├╝ckgegriffen wird: ÔÇ×regional governanceÔÇť, Geographische Innovationsprozesse, Charakteristika innovativer St├Ądte und geographische Netzwerkforschung.
Konzeptionell steht dabei im Vordergrund, in welcher Art angewandte Geographie sich zur Entwicklung eines Instrumentariums der Analyse und Steuerung dynamischer Prozesse von Raumver├Ąnderung in der Dritten Welt eignet. Inhaltlich wird die Rolle kommunaler Kooperationsformen in einem Prozess der Diffusion innovativer Ans├Ątze ├Âffentlicher Politik diskutiert, dabei vor allen Dingen auf die Rolle von Metropolzonen abgehoben. Diese Verst├Ądterungszonen wurden bisher vor allen Dingen mit Entwicklungsproblemen assoziiert, in dieser Arbeit wird der Blick auf ihre Potentiale f├╝r innovative Entwicklungen gerichtet.
Wichtige Ergebnisse sind:
1) Es gibt eine gro├če Anzahl von kommunalen Kooperationen in Lateinamerika, die sehr konkrete Themen der Kommunalpolitik diskutieren, und die Basis f├╝r einen Dialog ├╝ber die Konstruktion lokaler ├Âffentlicher Politiken darstellen. Die Organisationsebene ist aufgebaut, mit der Durchf├╝hrung von Kongressen / Seminaren wird diese aktiv genutzt und die Ergebnisse sind dokumentiert.
2) Kollektive Lernprozesse wurden auf kommunaler Ebene in Gang gesetzt und auf dieser Ebene wird ├╝ber neue Formen der kommunalen Selbststeuerung diskutiert.
3) Die kommunale Regierung Barrera (Quito 2009 ÔÇô 2014) arbeitete die nationalen Vorgaben koh├Ąrent aus, die Prozesse kommunaler Selbststeuerung beg├╝nstigen.
4) Dabei kann die Gemeinderegierung auf einer Raumstruktur auf-bauen, die f├╝r die Entwicklung innovativer Ans├Ątze der Kommunalpolitik f├Ârderlich ist. Die Metropolitanzone stellt gewisserma├čen ein kreatives Territorium f├╝r Kommunalentwicklung dar.
5) Bemerkenswert ist, dass diese sozial politische Innovation umge-setzt werden konnte, ohne ├╝ber die starken Anbindung an die Kapazit├Ąten lokaler Universit├Ąten zu verf├╝gen, ein wesentliches Merkmal f├╝r Innovationsprozess auf der Grundlage theoretisch ausgerichteter Studien.
6) Mit dem umfassenden Ansatz zur Entwicklung des ├ľffentlichen Raumes in Quito existiert nun ein empirisches Beispiel, wie im Kern der Metropolzonen R├Ąume f├╝r Lebensqualit├Ąt und sozialer Identit├Ąt am Ort geschaffen werden k├Ânnen.
7) Alle der f├╝r Megast├Ądte typischen Charakteristika liegen vor, zeigen interessanterweise im Fall von Quito eine positive Tendenz: Auf dieser Basis kann diskutiert werden, ob / inwieweit die Entwicklung von lateinamerikanischen Mega-St├Ądten doch noch von den kommunalen Entscheidungstr├Ągern gesteuert werden kann
8) In dieser Arbeit wird ein neuer Vorschlag f├╝r Modelle geographischer Innovationsprozesse vorgestellt, der die Aussagekraft des bisherigen Modells erweitert. Die Kommunikationskan├Ąle und der Aspekte der Barrieren sind nun pr├Ąziser dargestellt, dies ist wichtig f├╝r einen Prozess sozialer (politischer) Innovation.
9) Der Dialog zwischen lateinamerikanischem Fortschritt in aktiver Umsetzung von Raumentwicklung und europ├Ąischer Kompetenz in Theoriediskussionen ist wenig dokumentiert. Die unterschiedlichen Wissensformen / Erfahrungen in beiden Kontinenten k├Ânnen interessante Perspektiven f├╝r anwendungsorientierte geographische Forschung ergeben, wenn Wege zu ihrer besseren Verbindung gefunden werden. Diese Studie zeigt Ansatzpunkt f├╝r den weiteren Dialog an dieser Schnittstelle von Wissen.
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