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Qualitätsbeurteilung von Röntgenthoraxaufnahmen auf den pädiatrischen Intensivstationen in Abhängigkeit von den ausführenden Berufsgruppen

Klinzmann, Madlen


Originalveröffentlichung: (2016) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.194 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-119246
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/11924/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Radiologie, Abteilung Kinderradiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6407-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.01.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum: 15.02.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Auf den Intensivstationen des Zentrums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des UKGM Gießen und Marburg, Standort Gießen, werden Röntgenaufnahmen von einem großen Personenkreis angefertigt. Im Tagdienst sind dies vorwiegend die MTRA der Abteilung Kinderradiologie, nachts die MTRA der Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie sowie zu allen Zeiten die Ärzte der Intensivstationen. Hieraus ergeben sich bezüglich der einzuhaltenden gesetzlichen Vorgaben durch die Röntgenverordnung Schwierigkeiten der Qualitätssicherung. Wegen der klinischen Bedeutung von Röntgenthoraxaufnahmen auf Intensivstationen erfolgte eine retrospektive Auswertung repräsentativer Aufnahmen zur Qualitätsbeurteilung.
Aus dem Zeitraum von 2006 bis 2011 wurden 396 digitale Thoraxaufnahmen von insgesamt 19 in die Auswertung einbezogenen Mitarbeitern zufällig ausgewählt, sodass von jedem Mitarbeiter und jeder Berufsgruppe annähernd die gleiche Anzahl von Aufnahmen ausgewertet werden konnte. Weitere Aufnahmen waren von namentlich nicht zuzuordnenden Pädiatern der Intensivstationen angefertigt worden.
Nach vollständiger Anonymisierung wurden die Aufnahmen von drei Kinderradiologen nach zuvor festgelegten subjektiven Kriterien unabhängig voneinander bewertet. Darüber hinaus wurden Einblendung, Verdrehung, Zentrierung, beseitigbare Fremdkörper, gewählte Expositionswerte (mAs, kV) und die nachträgliche Kollimation, nach objektiv messbaren Kriterien, beurteilt.
Bei der subjektiven Qualitätsbeurteilung durch die Kinderradiologen stimmten diese wenig in ihrer Einschätzung überein. Aufgrund dieser Uneinigkeit war eine präzise Aussage über unterschiedliche Aufnahmequalitäten zwischen den beteiligten Berufsgruppen nicht möglich.
Auch die objektiv messbaren Qualitätsunterschiede zwischen den drei bei der Anfertigung der Aufnahmen beteiligten Berufsgruppen waren marginal. Dies war im Wesentlichen durch die nachträgliche Kollimation der Aufnahmen bedingt. Hierdurch war die retrospektive Beurteilung von tatsächlicher Feldgröße und Zentrierung nicht mehr möglich. Im Vergleich der drei mit in die Auswertung einbezogenen Berufsgruppen waren bei den Aufnahmen der MTRA der Abteilung Kinderradiologie entsprechend den Vorschriften der Röntgenverordnung, signifikant mehr Feldgrenzen sichtbar geblieben. Den Aufnahmen aller Berufsgruppen war trotz nachträglicher Kollimation gemein, dass sie mit 164 % der minimal notwendigen Expositionsfläche im Durchschnitt zu weit aufgeblendet waren.
Mithilfe der vorliegenden Studie konnte aufgezeigt werden, dass mittels nachträglicher digitaler Kollimation die Röntgenaufnahmen der Kinder beliebig manipuliert werden können, ohne dass die unnötige Exposition dosisrelevanter Organe nachvollzogen werden kann. Trotz der im Erhebungszeitraum erfolgten regelmäßigen Qualitätskontrollen seitens der Ärztlichen Stelle Hessen wurde dieser Mangel nicht aufgedeckt und unterbunden.
Die notfallmäßige Anfertigung von Röntgenaufnahmen seitens der Intensivärzte wird als unverzichtbar angesehen. Umso notwendiger ist es, die vom Gesetzgeber geforderte Weiterbildung durchzuführen, damit die radiologischen Qualitätsstandards zum Schutz der Kinder Beachtung finden. Zur effektiven Überprüfung der Einhaltung dieser Qualitätsstandards ist eine Kontrollinstanz mit ausreichenden Befugnissen unerlässlich.
Kurzfassung auf Englisch: On the pediatric intensive care units (ICU) of the University Hospital Giessen radiographs are produced by pediatric radiology technicians during the day, during the night by radiographers of the general radiology department and by physicians working on ICU at all times. Because of the clinical significance of x-rays on ICU on the one hand and the legal guidelines set out by the “Roentgenverordnung” on the other hand the quality of radiographs on ICU was analyzed.
Between 2006 and 2011, 396 representative digital chest radiographs produced by a total of 19 examiners were selected for evaluation, so that of each individual and each profession the equal amount of radiographs were analyzed. Additionally radiographs produced by unidentified pediatricians working on ICU were also included in the study.
After complete de-personalization all radiographs were evaluated independently by three pediatric radiologists according to previously defined subjective criteria. Additionally exposure dose, collimation, rotation, central focusing, removable foreign bodies and post processing use of electronic shutters were analyzed according to objective criteria.
There was only little agreement between pediatric radiologists in the subjective evaluation. Therefore a detailed conclusion about the different x-ray quality particularly with regard to the different professions could not be drawn.
The difference in quality between the three professions was marginal due to retrospective digital collimation. This led to an inability to evaluate central focusing and the actual field margins. The amount of chest margins on the stored films varied significantly after post-processing use of electronic shutters. The radiographs of the pediatric radiology technicians revealed more chest margins as required by the “Roentgenverordnung” than the other two professions.
The study revealed the fact that by using post-processing shutters x-rays of children can be arbitrarily manipulated so that unnecessary radiation exposure of dose relevant organs cannot be traced later on. Despite regular quality controls of the “Aerztliche Stelle Hessen”, the responsible authority, this violation was not disclosed and abandoned.
Radiographs performed by ICU physicians in an emergency situation when radiographers are not immediately available are considered indispensable. Therefore further education and application of radiological quality standards are essential.
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