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Obesity, food demand, and models of rational consumer behaviour : econometric analyses and challenges to theory

Adipositas, Nachfrage nach Lebensmitteln und Modelle rationalen Konsumentenverhaltens : ökonometrische Analysen und Herausforderungen an die Theorie

Staudigel, Matthias


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-109910
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10991/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Adipositas , Lebensmittelnachfrage , Haushaltspaneldaten , Konsumentenverhalten , Russland
Freie Schlagwörter (Englisch): obesity , food demand , household panel data , consumer behaviour , Russia
Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Institut fĂŒr Agrarpolitik und Marktforschung
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachĂŒbergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mĂŒndlichen PrĂŒfung: 26.03.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum: 05.08.2014
Kurzfassung auf Englisch: The rapid increase of overweight, obesity and associated diseases worldwide constitutes a central health problem at the beginning of the new millennium. Debates on soaring costs for public health systems or over the introduction of taxes on “unhealthy” food products illustrate the topic’s relevance for economic research. Thereby, interdependencies between food demand, consumer behaviour, and obesity are special points of interest examined by this dissertation.
A central question, especially important for assessing potential effects of taxes, is how variation in food prices affects body weight outcomes. We further need to know whether consumers of different weight categories show different behaviour with respect to food demand and whether they deviate in terms of quality or quantity. Regarding the global dimension of the obesity problem, the nature of food demand in emerging economies is of particular interest. Here, important questions are how consumer behaviour changed over time and whether differences exist across population subgroups.
In order to analyse and quantify the relevant relationships, the dissertation employs econometric and multivariate techniques on the basis of neoclassical models of demand theory and household production theory, in particular. The „Russia Longitudinal Monitoring Survey“ (RLMS) serves as database that is ideally suited for this kind of analyses, both in terms of structure and content and in terms of Russia as object of research.
The results of the dissertation support a clear rejection of fiscal measures like fat taxes aimed at reducing obesity. Estimates of price-weight elasticities assumed absolute values smaller than 0.01. Hence, variation in food prices has only a small to no effect on the Body Mass Index. The empirical analysis further shows that even substantial economic fluctuations as experienced by Russians during transition have negligible effects on energy intake. Estimates indicate that the expenditure elasticity of energy is very low at around 0.07. People in Russia have managed to adjust to economic changes by switching between more expensive and cheaper food products. Thereby, obese people seem to be more flexible in terms of what they spend per unit of food item than normal-weight people.
Estimates from a two-stage LES-LA/AIDS model suggest that demand for food is by far not satiated in Russia and substantial increases in consumption of food-away-from-home, meat, alcohol, and tobacco are to be expected. In contrast, staple foods like bread or cereals as well as food production at home lose in importance. Food demand behavior differs strongly across consumer segments. More affluent, urban households increasingly emulate Western demand patterns, while the majority of Russian households have to content themselves with rather simple food baskets.
Kurzfassung auf Deutsch: Die rasante Zunahme von Übergewicht, Adipositas und den damit assoziierten Erkrankungen stellt weltweit ein zentrales Gesundheitsproblem des neuen Jahrtausends dar. Debatten ĂŒber explodierende Kosten in öffentlichen Gesundheitssystemen oder ĂŒber die EinfĂŒhrung von Steuern auf „ungesunde“ Lebensmittel verdeutlichen die Relevanz dieses Themas auch fĂŒr die ökonomische Forschung. Von besonderem Interesse sind dabei Wechselwirkungen zwischen Lebensmittelnachfrage, Konsumentenverhalten und Adipositas, denen die vorliegende Arbeit nachgeht.
Eine zentrale Fragestellung, insbesondere fĂŒr die AbschĂ€tzung von Steuereffekten, ist hierbei, wie PreisĂ€nderungen bei Lebensmitteln das Körpergewicht beeinflussen. Zudem sind Kenntnisse darĂŒber nötig, ob sich Konsumenten unterschiedlicher Gewichtskategorien in ihrem Nachfrageverhalten unterscheiden und inwiefern mögliche Unterschiede qualitativer oder quantitativer Natur sind. Außerdem interessiert im Hinblick auf die globale Dimension des Adipositasproblems, wie sich die Nachfrage nach Lebensmitteln in aufstrebenden Ökonomien darstellt, welche VerĂ€nderungen im Konsumverhalten ĂŒber die Zeit zu beobachten sind und ob Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen existieren.
Zur Analyse und Quantifizierung der relevanten ZusammenhĂ€nge bedient sich die Arbeit ökonometrischer und multivariater Verfahren auf der Grundlage neoklassischer Modelle der Nachfragetheorie und insbesondere der Haushaltsproduktionstheorie. Als Datenbasis steht hierfĂŒr der „Russia Longitudinal Monitoring Survey“ (RLMS) bereit, der sich ideal fĂŒr die Untersuchungen eignet, was sowohl fĂŒr Umfang und Aufbau des Surveys als auch fĂŒr Russland als Forschungsgegenstand gilt.
Die Ergebnisse der Arbeit zeigen klar, dass steuerliche Maßnahmen eher kein geeignetes Instrument zur Reduktion von Adipositas sind. GeschĂ€tzte Preis-Gewichts-ElastizitĂ€ten liegen im Absolutwert unter 0,01. PreisĂ€nderungen haben also einen sehr geringen bis keinen Einfluss auf den Body Mass Index. Weiterhin ergaben die empirischen Analysen eine sehr niedrige AusgabenelastizitĂ€t fĂŒr Nahrungsenergie von 0,07. Somit haben selbst starke Einkommensschwankungen, wie sie in Russland wĂ€hrend der Transformation aufgetreten sind, nur vernachlĂ€ssigbare Effekte auf die individuelle Energieaufnahme. Vielmehr scheint die russische Bevölkerung Einkommensschocks durch die Substitution von teureren durch gĂŒnstigere Lebensmittel kompensiert zu haben. Dabei reagieren insbesondere Haushalte mit ĂŒbergewichtigen und adipösen Mitgliedern flexibler in ihren durchschnittlichen Ausgaben fĂŒr eine Einheit einer bestimmten Produktgruppe als solche mit ĂŒberwiegend normalgewichtigen Personen.
SchĂ€tzungen eines zweistufigen LES-AIDS-Nachfragesystems zeigen, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln in Russland bei Weitem noch nicht gesĂ€ttigt ist. Eine starke Zunahme des Konsums ist vor allem im Außer-Haus-Markt und bei Fleisch, Alkohol und Tabakprodukten zu erwarten. Dagegen sind der Verzehr von Grundnahrungsmitteln wie Brot und Getreideprodukten sowie die hĂ€usliche Zubereitung von Essen rĂŒcklĂ€ufig. Starke Unterschiede zeigen sich im Nachfrageverhalten verschiedener Konsumentensegmente. WĂ€hrend reichere, urbane Haushalte sich zunehmend an westliche Nachfragemuster annĂ€hern, muss sich ein Großteil der russischen Bevölkerung noch immer mit einem eher einfachen Warenkorb begnĂŒgen.
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