TY - THES T1 - Kombinationstherapie von Entecavir und DNA-Protein-Vakzinen bei chronischen Hepadnavirus-Infektionen im Murmeltier-Modell T3 - Giessen : VVB Laufersweiler 2010 A1 - Budde,Claudia Y1 - 2010/03/15 N2 - Chronische HBV-Infektionen können Folgeschäden nach sich ziehen, z. B. eine Leberzirrhose oder primäre „hepatozelluläre“ Karzinome verursachen. Bisher wurden keine ausreichend wirksamen Monotherapien, z. B. mit Interferonen oder Nukleosidanaloga, gefunden, da Interferone Nebenwirkungen haben und Nukleosidanaloga bei Langzeit-Therapie Resistenzen entwickeln. Daher ist man auf die weitere Erforschung und Evaluierung von Kombinationstherapien angewiesen. Ziel dieser Doktorarbeit war es, eine Kombinationstherapie mit einem Nukleosidanalogon und einer therapeutischen Vakzine auf ihre Wirksamkeit zur Bekämpfung einer chronischen WHV-Infektion hin zu testen. Die grundsätzliche Fragestellung war, in wie weit diese Therapie helfen kann, eine chronische Infektion mit WHV zu beenden bzw. den besten Langzeiteffekt zur Reduktion der Virämie aufweist. Dazu wurden 4 Versuchsgruppen getestet. Gruppe 1 war die unbehandelte Kontrollgruppe, Gruppe 2 erhielt als Monotherapie das Nukleosidanalogon Entecavir (ETV) für 3 Monate täglich, dann für 3 Monate einmal wöchentlich. Die Gruppen 3 und 4 erhielten ebenfalls ETV mit dem gleichen Schema wie die Gruppe 2. Zusätzlich wurden die Tiere der Gruppe 3 ab dem 4. Monat mit einer DNA-Vakzine und die Gruppe 4 mit einer DNA-Protein-Kombinationsvakzine geimpft. In der Gruppe 2 konnte gezeigt werden, dass man durch die Gabe von ETV alleine eine deutliche Reduzierung der Viruslast erreichen kann. Allerdings hält diese Reduzierung nur für die Dauer der Gabe des Medikamentes an. Schon kurze Zeit nach Absetzen des ETV kam es zu einem erneuten Anstieg des Viruslast, der z. T. sogar noch höhere Werte als vor Beginn des Versuches annehmen konnte. Dies deckt sich auch mit früheren Arbeiten, in denen ein Effekt von ETV alleine für Dauer der Gabe gezeigt wurde. In den Gruppen 3 und 4 konnte z. T. eine dramatische Reduzierung der Viruslast, sogar unter die Nachweisgrenze, aufgezeigt werden. Der virämiesenkende Effekt der Kombinationstherapie durch die zusätzliche therapeutische Vakzinierung deutlich verlängert werden. Es gab sogar zwei Tiere, bei denen auch nach 43 Wochen kein messbarer Anstieg der Viruslast festgestellt werden konnte. Es konnte also gezeigt werden, dass der Einsatz von einer Kombinationstherapie aus dem Nukleosidanalogon ETV und einer therapeutischen DNA-Vakzine helfen kann, eine chronische Infektion zu beenden und eine stabile Immunität aufzubauen bzw. über den Zeitraum der Gabe von ETV hinaus eine deutliche Reduktion der Virämie zu erreichen. Dies legt den Schluss nahe, dass der Einsatz dieser Kombinationstherapie auch bei Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit der chronischen HBV-Infektion bietet. In Zukunft muss allerdings noch weiter untersucht werden, um die bestmögliche Kombination beider Behandlungsformen (ETV-Gabe, Vakzinierung) herauszufinden. Insbesondere die Länge der ETV-Gabe, Häufigkeit und Art der therapeutischen Vakzinierung (nur DNA- oder DNA-Protein-Kombinationstherapie), Menge des eingesetzten Antigens in der Vakzine, ist in nachfolgenden Arbeiten noch näher zu untersuchen. CY - Gießen PB - Universitätsbibliothek SN - 978-3-8359-5573-8 AD - Otto-Behaghel-Str. 8, 35394 Gießen UR - http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7453 ER -