TY - GEN
T1 - Standortstruktur und Produktionssystem in den Medienclustern München und Köln : Das Beispiel der Produktion von TV-Sendungen
A1 - Mossig,Ivo
Y1 - 2005/03/14
N2 - Wir hören täglich davon, dass wir uns im Zeitalter der Globalisierung befinden. In vielen
Industrie- und Dienstleistungsbereichen ist die Produktion bzw. die Leistungserstellung räumlich
zerlegt und in weltumspannende Zuliefer-Abnehmersysteme strukturiert, die von mächtigen
transnationalen Konzernen dominiert werden (Schamp 1996).
Doch gleichzeitig existieren parallel dazu ausgesprochen starke und innovative Produktionssysteme
in regionalen oder gar lokalen Umfeldern (Krätke 1995). Dabei wird das Wachstum
und der Erfolg dieser Schwerpunktregionen in einen engen Zusammenhang mit der regionalen
Einbettung der dort ansässigen Unternehmen gebracht. Vor diesem Hintergrund hat sich die
Debatte um so genannte Produktionscluster zu einem zentralen Thema in der Wirtschaftsgeographie
entwickelt (Rehfeld 1999, Moßig 2002). Auch im Bereich der Wirtschaftsförderung
sind Produktionscluster mittlerweile das dominante Konzept der regionalen Strukturpolitik
(Moßig/Klein 2003, Freundt 2003).
Unter einem Cluster wird die räumliche Konzentration von Unternehmen derselben Branche
oder auf Basis derselben Technologie verstanden, bzw. die räumliche Konzentration von
Unternehmen, die innerhalb einer Wertschöpfungskette über Zulieferbeziehungen oder als
spezielle Dienstleister miteinander verbunden sind und sich eng miteinander vernetzt haben. In
diesem Beitrag sollen die Cluster der Medienbranche in München und Köln am Beispiel der
Herstellung von Fernsehsendungen untersucht werden.
Das Ziel besteht darin zu analysieren, wie das Produktionssystem zur Herstellung der TVSendungen
mit den Standortstrukturen in den Medienclustern München und Köln in Verbindung
steht. Zu diesem Zweck sind die Netzwerke zur Herstellung von TV-Sendungen erhoben worden,
wobei insbesondere der Frage nachgegangen wurde, welche Steuerungsmechanismen
einen möglichst reibungslosen und effizienten Ablauf in den lokalen Netzwerken ermöglichen.
Die Steuerungsmechanismen in einem Netzwerk sind eng mit den Entscheidungsstrukturen
verknüpft, denn Steuerung basiert letztlich entweder direkt auf konkreten Entscheidungen
einzelner Akteure, die über entsprechende Entscheidungsbefugnisse verfügen, oder indirekt in
Form bestehender Regeln, Normen oder branchenüblicher Handlungsabläufe und Routinen, die
wiederum die einzelnen Entscheidungen beeinflussen. Dabei soll auch auf die Rolle von Macht
und Machtbeziehungen eingegangen werden, da in der wirtschaftsgeographischen Clusterdebatte
diese Faktoren lange Zeit zu wenig beachtet worden sind.
CY - Gießen
PB - Universitätsbibliothek
AD - Otto-Behaghel-Str. 8, 35394 Gießen
UR - http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2005/2052
ER -